Entdeckungsreise

- Das Motto ist Programm: Beim dritten Münchner Designparcours dreht sich zehn Tage und Nächte lang alles um die Frage "Was ist Design?" In rund 50 Projekten an 40 verschiedenen Orten der Stadt haben sich Grafiker, Industriedesigner, Kunsthandwerker und Architekten dieser Frage gestellt. "Wir wollen aufräumen mit dem Vorurteil, Design sei teuer und unbequem", begründet Kirsten Wengmann, eine der beiden Initiatorinnen des Designparcours, den Themenschwerpunkt. "Design ist einfach Gestaltung, in jeder Form."

<P>Dass die Idee von Design nicht neu ist und alte Sammlungen auch immer Vorbild für moderne Kreationen sein können, beweist die Sonderausstellung "Tête-à-tête" im Bayerischen Nationalmuseum. Zeitgenössische Installationen werden hier mit historischen Schaustücken kontrastiert - mit verblüffendem Effekt. Die Styroporlampe "Eleonore" von Herwig Huber passt perfekt zum "Grottenmöbel-Ensemble" aus dem 19. Jahrhundert, Reisebetten und -schreibtische aus dem 16. Jahrhundert standen Vorbild für zusammenklappbare Möbel für den Großstadtnomaden von heute.<BR><BR>Wichtig war Wengmann und ihrer Partnerin Inez Rattan bei der Auswahl der Aussteller vor allem der Bezug zu München. Als "heimliche Hauptstadt des deutschen Designs" beherbergt München überdurchschnittlich viele Designer, "und die sollten hier einen Raum finden, in dem sie sich präsentieren, aber auch Kontakte knüpfen und austauschen können". Besonders für Newcomer in der Szene ist das eine Chance: Das "Forum junges Design" in der Galerie der Künstler bietet ihnen die Möglichkeit, ihre Objekte erstmals öffentlich zu zeigen. Hier erstaunt neben der Vielfalt der praktische Aspekt vieler Entwürfe: Kathrin Draegers "Fertig-näh!-Mischung" beispielsweise, ein Stoff, der mit einem Schnittmuster bedruckt ist und nur noch ausgeschnitten und zusammengenäht werden muss, animiert den Betrachter sofort zum Ausprobieren. <BR><BR>Eigene Aktivität ist generell gefragt: Seminare, Workshops und Gesprächsrunden laden dazu ein. Die Ausstellung "Schön?" am Treffpunkt in den Kunstarkaden, an dem auch "geführte Entdeckungstouren" starten und alle Informationen ausliegen, geht sogar noch einen Schritt weiter: Mit einer eigens erstellten Befragung will sie dem Designverständnis der Münchner auf den Grund gehen und leitet die Frage "Was ist Design?" einfach an die Besucher weiter. Die Antwort darauf wird bei einer solchen Fülle von Beispielen nicht einfach zu finden sein.</P><P>18.-27. Juni, Infos am Treffpunkt Sparkassenstraße 3-5; www.designparcours.net<BR><BR></P>

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