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Enter Shikari-Frontmann Rou Reynolds.

15. Jubiläum

Enter Shikari im Interview: „Das ist mir eine absolute Ehre“

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Enter Shikari wird den wenigsten ein Begriff sein. Electro, Hardcore, Drum und sogar Bass/Trance spielt die britische Band. Was dabei rauskommt, ist spannend. Wir haben den Frontmann interviewt.

Das britische Electro/Hardcore/Drum & Bass/Trance-Kollektiv ENTER SHIKARI gehört zu den spannendsten Musikprojekten dieses Jahrtausends. Am 12. Dezember spielt die Band auch in München. Genau der richtige Zeitpunkt, um mit dem sympathischen Frontmann Rou Reynolds über seine Liebe zur Musik und ihr Kraft, Menschen zu vereinen, zu sprechen.

Rou, im kommenden Jahr werdet Ihr Euer 15. Jubiläum als Band feiern. Was hat Dich in diesen Jahren am meisten geprägt? Und was ist Dir bisher in guter Erinnerung geblieben? 

Rou Reynolds, Enter Shikari: Über die Jahre wurde mir mehr und mehr bewusst, wie kraftvoll Musik eigentlich ist. Und je länger ich Musik mache, um so dankbarer bin ich dafür und umso fokussierter bin ich darauf. Etwas zu kreieren, dass fähig ist, die Menschen ohne Vorurteile zusammenzubringen, ist eine absolute Ehre und etwas sehr Besonderes. Deshalb ist diese universelle Kraft von Musik, also Menschen zusammenzubringen, für mich total wichtig. Ich habe dieses tolle Werkzeug Musik in der Hand, das Menschen vereint. Und ich kann es kaum abwarten, dieses Werkzeug auch in der Zukunft unserer Bandgeschichte zu benutzen.

Ihr füllt Hallen und geht international auf Tour. Das ist ein Beleg für Euren Erfolg. Hast Du Dir das erträumt, als Ihr 2003 angefangen habt? Welche Vorstellung hattest Du von Eurer Zukunft als Band? 

Reynolds: Oh, ich hatte wirklich keine Hoffnung auf irgendeine Form von Erfolg. Ich hatte wirklich gar keine Erwartungen. Und ich habe auch nicht damit gerechnet, dass es so großartig werden würde. Diese Band war einfach ein liebgewonnenes Hobby für mich. Ich erinnere mich aber noch gut daran, dass ich mir gewünscht habe, dass wir es einmal schaffen würden, auf dem Reading Festival zu spielen. Dort war ich als Kid immer. Aber das war eigentlich der einzige Traum, den ich hatte. Ich habe einfach Musik gemacht, weil ich es musste. Das steckt in mir und will immer raus. Die Musik schießt praktisch so aus mir heraus. Vielleicht ähnlich wie bei einem Betrunkenen, der sich übergibt. Ich kann damit nicht aufhören, sondern stehe einfach nur mit einem Eimer da und fange es auf.

Der Vergleich ist sehr lustig, aber ich verstehe, was Du meinst. Kommen wir weg von diesem “leckeren” Bild und lass uns nochmal über die Bedeutung von Musik reden. Welchen Wert hat sie damals wie heute für Dich?

Reynolds: Als Youngster war Musik für mich die Möglichkeit, mit anderen in Kontakt zu treten. Mit anderen Musik zu machen oder einem Freund oder einem besonderen Menschen oder gar einem Fremden mit einem selbstkomponierten Song eine Freude zu machen, bedeutete für mich, mein Inneres, meine Seele anderen gegenüber zu öffnen. Diese Form der Kommunikation war einfach leichter für mich, als jede andere Form des Socialising. Darin war ich einfach gut und konnte alles ausdrücken, was ich zu sagen hatte. Noch heute sehe ich das so – nur mit dem Unterschied, dass ich mich nun mit hunderten und tausenden Menschen überall auf der Welt verbinde. Das bringt mir viel Freude.

Du siehst: Musik ist eine kraftvolle Form, uns daran zu erinnern, dass wir alle zusammen hier sind und zusammen gehören, und dass alles zusammengehört. Es ist unser geteiltes Schicksal.

Enter Shikari 

Wann: 12. Dezember 2017, 19 Uhr

Wo: TonHalle Tickets: ab 33 Euro, erhältlich an allen bekannten Vorverkaufsstellen 

Weitere Infos unter: www.entershikari.com

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