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Die Bayerische Staatsoper in München.

Bayerische Staatsoper

Erben wollen Aufführung von Poulenc-Oper in München verhindern

München/ Paris - Weil die Schlussszene das Werk entstelle, soll die Inszenierung an der Bayerischen Staatsoper geändert oder nicht gezeigt werden, fordern Erben des Komponisten Francis Poulenc. Intendant Nikolaus Bachler hält dagegen. 

Die Erben des Komponisten Francis Poulenc und des Autors Georges Bernanos wollen die Aufführung der Oper „Dialogues des Carmélites“ an der Bayerischen Staatsoper in München verhindern. Sie fordern Änderungen der Inszenierung, wie das Opernhaus am Donnerstag mitteilte. Andernfalls dürfe die Interpretation des russischen Regisseurs Dmitri Tcherniakov nicht auf der Bühne des Nationaltheaters gezeigt werden, verlangen die Erben.

Sie sind der Auffassung, dass die Umsetzung der Schlussszene durch Tcherniakov das Werk entstellt. In der Interpretation des Regisseurs, die im März 2010 Premiere hatte, rettet die Hauptfigur ihre Mitschwestern vor dem Tod und kommt somit als Einzige ums Leben. Nach Meinung der Erben muss der Märtyrertod aller Nonnen aber zwingend szenisch umgesetzt werden, um die Kernaussage des Werkes zu treffen.

"Vermeintliche Rechtsansprüche"

Doch Intendant Nikolaus Bachler hält dagegen: „Bühnenkunst wird durch freie Interpretation am Leben erhalten, nicht durch vermeintliche Rechtsansprüche.“ Die fünf Aufführungen zwischen 23. Januar und 1. Februar sollen unverändert stattfinden.

Der Forderung der Erben geht ein längerer Rechtsstreit voraus. Schon zur Wiederaufnahme der Münchner Inszenierung im November 2012 war in Paris eine Klage unter Berufung auf das Urheberpersönlichkeitsrecht anhängig, mit der weitere Aufführungen untersagt werden sollten. Auch der Vertrieb einer DVD und die Ausstrahlung einer Fernsehaufzeichnung sollten nach dem Willen von Poulencs und Bernanos Nachkommen verboten werden. Die Klage gegen das Opernhaus wurde jedoch von zwei Gerichten abgewiesen. Allerdings entschied das Berufungsgericht, dass die DVD und die Fernsehaufzeichnung unter Verschluss bleiben müssen.

dpa

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