Erfinder des Souvenirs

- Ein Schachspiel mit Rentier, Eisbärenpaar und Hase als Spielfiguren? Keineswegs eine Neuheit der letzten Spielwarenmesse, sondern vielleicht eines der ältesten Souvenirs der Welt. Die 1851-55 aus Walrosselfenbein auf der Halbinsel Kamtschatka gefertigten Stücke stehen zur Zeit im Rahmen der Sonderausstellung "Jenseits von Bering" im Völkerkundemuseum München.

<P>Alaska wird 1741 im Auftrag des Zaren entdeckt, und der macht in der Folge fast alle der Gebiete um die heutige Beringsee zur russischen Kolonie. Die einheimische Bevölkerung gewöhnt sich bald an die russischen Seefahrer und Pelzhändler, die regelmäßig mit ihren Schiffen landen. Sie fertigt nicht nur kleine Schnitzereien wie das Schachspiel für den Tauschhandel, sondern versucht auch die Modetrends der Fremden zu verarbeiten. Das verrückteste Beweisstück hierfür ist ein Zylinder aus mit Darm bespanntem Grasgeflecht. In direkter Nachbarschaft befindet sich eine Baskenmütze, ebenfalls aus Darm, mit bunten Nähten. Daneben ist aber auch die traditionelle Kleidung der arktischen Jäger ausgestellt: etwa ein Babyoverall aus Rentierfell oder ein Panzer aus Walrosselfenbein, -leder und -knochen. <BR><BR>Das Völkerkundemuseum besitzt selbst etwa 200 Objekte aus den russischen Kolonien, sie werden jetzt um 160 ausgewählte Exponate des Ajaloomuuseums Tallinn bereichert. Dieses Museum bewahrt über 600 Gegenstände der Epoche. Der Teil davon, der nach einer Station in der Galleria Gottardo (Lugano) jetzt in München ist, wird zum ersten Mal in Westeuropa gezeigt. Die Ausstellung eignet sich bestens für Kinder: in deren Augenhöhe sind Schaukästen mit Tierspuren und Szenen aus dem arktischen Leben angebracht. Zudem gibt es einen Tunnel zum Durchkriechen und Schauen . . .<BR></P><P>bis 6. Januar 2006, Münchner Völkerkundemuseum, Di-So 9.30-17.15 Uhr, Tel: 089/ 21 01 36 100. <BR></P>

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