Erfolgreiche Idee

- Wenn Christian Stückl zu glühen und zu sprühen beginnt, kann man sich leicht vorstellen, wie er Mitarbeiter von e.on bei einem Seminar für sich entflammt haben muss. Und so konnte der Intendant des Münchner Volkstheaters sowohl den neuen Sponsor als auch das Programm des Festivals junger Regisseure "radikal jung" präsentieren, das vom 23. bis zum 30. April in seinem Haus an der Brienner Straße stattfindet. Weil es ein bereits bewährtes Produkt ist, das er anpries, verschmerzte er es umso leichter, dass er bei dieser Pressekonferenz sitzen musste - sonst stehe er lieber, "damit i besser auskann".

Feste Einrichtung

Aber dafür gab es gar keinen Grund. 98 Prozent Platzausnutzung konnte er im Vorjahr, als das Festival sozusagen Premiere hatte, als Erfolg verbuchen. Abgesehen von der offensichtlichen Genugtuung für ihn, dass seine beiden Intendantenkollegen Dieter Dorn und Frank Baumbauer ungewöhnlich oft in seinem Haus zu Gast gewesen seien, um die jungen Regietalente zu besichtigen. Hervorgegangen war das Festival, das nun zur festen Einrichtung werden soll, aus einem Symposion für junge Regisseure, das der Theaterkritiker C. Bernd Sucher und die Theaterwissenschaftlerin Anke Roeder veranstaltet hatten. Die fünf besten Teilnehmer durften beim Festival 2005 ihre Arbeiten zeigen.

War diese Auswahl eher zufällig entstanden, so hat in diesem Jahr eine dreiköpfige Jury aus Sucher, Dramaturg Kilian Engels und Kammerspiele-Schauspielerin Annette Paulmann acht Produktionen ausgesucht, die besten aus etwa 40 Inszenierungen im gesamten deutschsprachigen Raum. Einzige Vorgabe war das Höchstalter von 30 Jahren bei den Regisseuren. Neu in diesem Jahr sind außerdem eine tägliche Festivalzeitung, eine Meisterklasse für Studenten sowie ein Publikumspreis über 2500 Euro, den die Freunde des Volkstheaters stiften.

Darum wetteifern werden:

"Ein Sommernachtstraum" (William Shakespeare), Regie: David Bösch (Schauspiel Essen)

"Phaidras Liebe" (Sarah Kane), Regie: Lisa Nielebock (Schauspielhaus Bochum)

"Die Leiden des jungen Werther" (Johann Wolfgang von Goethe), Regie: Florian Fiedler (Schauspiel Frankfurt)

"Früchte des Nichts" (Ferdinand Bruckner), Regie: Roger Vontobel (Staatstheater Stuttgart)

"Antigone" (Sophokles), Regie: Christine Eder (Thalia Theater Hamburg)

"Lila/ Purple" (Jon Fosse), Regie: Jens Zimmermann (Schauspielhaus Hamburg)

"Dreckig Tanzen", Regie: Susanne Zaun (Mädchenchor Gießen)

"Viel Lärm um nichts" (William Shakespeare), Regie: Jorinde Dröse (Münchner Volkstheater).

Karten: Tel. 089/523 46 55 oder unter www.muenchner-volkstheater.de.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Gergiev und die Münchner Philharmoniker: Warum Bruckner?
Valery Gergiev und die Münchner Philharmoniker setzen ihren Bruckner-Zyklus mit der Achten fort. Eine Enttäuschung.
Gergiev und die Münchner Philharmoniker: Warum Bruckner?
Christine Nöstlinger ist gestorben
Die österreichische Kinderbuchautorin Christine Nöstlinger ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Dies bestätigte am Freitag der Residenz-Verlag in Wien. 
Christine Nöstlinger ist gestorben
Lebensprojekt München: Mariss Jansons bleibt bis 2024
Das ist auch eine kulturpolitische Entscheidung mit Blick auf den Konzertsaal: Mariss Jansons bleibt seinem Orchester ungewöhnlich lang erhalten.
Lebensprojekt München: Mariss Jansons bleibt bis 2024

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.