Stadtrat einig: TSV 1860 darf zurück ins Grünwalder Stadion

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Ergebnis einer schlaflosen Nacht

- Bis zum 14. Mai kommt München in den Genuss eines kleinen Esa-Pekka-Salonen-Festivals. Der gebürtige Finne und Chef des Los Angeles Philharmonic Orchestra dirigiert morgen und am Freitag die BR-Symphoniker (Werke von Ravel, Lutoslawski und Strawinsky), am Montag die Meisterklasse der Jungen Münchner Philharmonie sowie am 14. Mai das musica-viva-Konzert des BR, in dem er unter anderem ein eigenes Opus aufführt. Salonen, Jahrgang 1958, befasst sich gern mit neuer Musik, seine anspruchsvolle Programmpolitik unterscheidet ihn von vielen seiner Kollegen.

<P>Gibt es unter den Stücken, die Sie hier dirigieren, eines, das Sie vorziehen?<BR><BR>Salonen: Nein. Ich denke, Ravels "Ma mè`re l'oye" ist eines der perfektesten Orchesterstücke. Und Lutoslawskis vierte Symphonie ist sein letztes Hauptwerk. Er schrieb es für mein Orchester in Los Angeles. Es ist sein finales Statement, und ich finde es sehr tiefgründig, sehr bewegend. Es ist Musik, die man mehrfach hören muss. Für mich ist es eine Bibel.<BR><BR>Was ist die Ursache für die Ängstlichkeit gegenüber der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts?<BR><BR>Salonen: Das hat zum einen damit zu tun, wie zeitgenössische Musik präsentiert wird, andererseits auch mit der Musik selbst. Es gibt absolut keinen Grund dafür, ängstlich gegenüber Komponisten wie Lutoslawski zu sein. Es ist Musik, die eine Menge Schönheit enthält, eine Menge Kraft und eine sehr klare psychologische Struktur. Aber es gab eine Zeit in Europa, speziell während der Mode der Seriellen Musik, in denen Komponisten nicht an Kommunikation interessiert waren, sondern nur an ihrem eigenen Kreis. Das hinterließ Spuren. Heutige Komponisten schreiben verständlich.<BR><BR>Wie sollte man sich dieser Musik nähern?<BR><BR>Salonen: Lutoslawski war einer der wenigen modernen Komponisten, der ein psychologisches Interesse am Hörer hatte. Man könnte ihn mit Beethoven vergleichen, der gewisse Erwartungen verursacht, die er dann aber doch nicht erfüllt. Lutoslawskis vierte Symphonie kann man ganz gut als eine Art Testament hören. Vielleicht ahnte er seinen Tod. Aber zum Ende hin sollten sich die Hörer nicht unglücklich fühlen, das Werk endet nach all den nostalgischen Anlehnungen mit einer energetischen, unsentimentalen Coda.<BR><BR>Im musica-viva-Konzert stellen Sie neben Kompositionen von Hillborg, Lindberg und Stucky ihr jüngstes Orchesterwerk "Insomnia" vor. Was darf man da erwarten?<BR><BR>Salonen: Es ist ein relativ dunkles Stück. Ich schrieb es 2002, natürlich beeinflusst von den Geschehnissen des 11. Septembers und den Folgen in Amerika und Afghanistan. Und ich befand mich in einer besonderen dunklen Stimmung. Es ist im Klang und Gestus kraftvoll, aber es ist nicht glücklich. Man kann es als Metapher einer schlaflosen Nacht verstehen, die irgendwann endet - und dann geht die Sonne auf. Das Stück ist für das Orchester sehr schwer. Aber das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks ist da top.<BR><BR>Am 10. Mai werden Sie das Meisterklassenkonzert der Jungen Münchner Philharmonie dirigieren. Wie wichtig ist Ihnen die Arbeit mit dem Nachwuchs?<BR><BR>Salonen: Ich würde sagen, das ist essenziell. Die jungen Musiker lernen natürlich viel in der Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Dirigenten. Aber ich denke, Dirigenten bekommen auch eine Menge Energie durch die Arbeit mit Jugendorchestern.</P><P>Das Gespräch führte Dorothea Hußlein<BR></P><P> </P><P> </P>

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