Erdogan beantragt offiziell Auftritt in Deutschland

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Erhabene Atmosphäre

- Nach knapp sechsjähriger Sanierung ist es soweit: Morgen wird das prachtvolle Bode-Museum in Berlin mit einem Festakt wiedereröffnet. Dann sind auf der Museumsinsel die vollständige Skulpturensammlung, 150 Bilder der Gemäldesammlung und byzantinische Kunstwerke zu sehen. Gekostet hat die gesamte Sanierung knapp 160 Millionen Euro.

Damit ist das zweite von fünf Häusern auf der zum Weltkulturerbe zählenden Museumsinsel renoviert. Bis 2015 sollen die anderen drei Museumstempel fertig werden.

Die Ausstellung ist nicht mehr so dicht gedrängt

Eingeweiht wurde das Bode- Museum, das bis 1956 Kaiser-Friedrich-Museum hieß, am 18. Oktober 1904. Wilhelm von Bode, sein erster Direktor, zeigte in dem Haus Skulpturen und Gemälde im thematischen und kunsthistorischen Zusammenhang -von der Spätantike bis zum Klassizismus. So ähnlich soll es auch heute wieder sein. Anliegen sei, den Besuchern den Zusammenhang von Malerei und Skulptur nahe zu bringen, erklärt der Direktor der Skulpturensammlung, Arne Effenberger. Allerdings sei die Präsentation längst nicht "so dicht gedrängt, so symmetrisch, so dekorativ" wie einst bei Bode.

Die Ausstellungsräume sind herrlich restauriert. Holzgetäfelte Decken, Stuck und Wandmalereien sorgen für eine erhabene Atmosphäre. Vermischt sind architektonische Elemente aus verschiedenen Epochen: Renaissance mit Barock und Klassizismus. In den Räumen ist die umfangreiche Skulpturensammlung zu sehen, eine der größten für ältere Plastik in Deutschland. Sie besitzt Werke vom frühen Mittelalter bis Ende des 18. Jahrhun-derts. Ein Schwerpunkt liegt auf italienischen Skulpturen, ein anderer auf der spätgotischen deutschen Plastik mit Werken unter anderem von Tilman Riemenschneider.

Insgesamt sind rund 1 700 Skulpturen zu sehen. Gleich am Eingang, in der Kuppelhalle, werden die Besucher von einem Standbild des Großen Kurfürsten hoch zu Ross empfangen. Das Museum für Byzantinische Kunst präsentiert frühchristliche byzantinische Kunst aus der Zeit vom dritten bis zum 19. Jahrhundert. Die rund 300 Kunstwerke stammen vor allem aus Konstantinopel, dem heutigen Is-tanbul, aber auch aus Griechenland, Russland, Ägypten und den Balkanländern. Einen Schwerpunkt der Sammlung bilden kostbare Elfenbeinschnitzereien. Das Münzkabinett konnte bereits vor zwei Jahren an mehreren Tagen der offenen Tür besichtigt werden.

In dem 60 Meter langen Tresorraum sind über 500 000 Originale zu bestaunen. Die Sammlung, die als eine der bedeutendsten weltweit zählt, umfasst Stücke vom Beginn der Münzprägung im antiken Griechenland des sechsten Jahrhunderts vor Christus bis hin zur Gegenwart. Herzstück des Kabinetts ist die Tresoranlage mit einer Flucht von Münzschränken, überwölbt von einer Bibliotheksgalerie und gesichert durch schwere Panzertüren.

Die Museumsinsel soll bis 2015 fertig sein

Mit der Wiedereröffnung des Bode-Museums ist man auch einen wichtigen Schritt weiter bei der Generalsanierung der Museumsinsel mit ihren fünf Häusern. Jetzt müssen noch das Neue Museum wiederhergestellt, das Pergamonmuseum und das Alte Museum saniert werden. Die Alte Nationalgalerie erstrahlt bereits seit 2001 wieder in früherem Glanz. Die Häuser sollen laut "Masterplan" noch mit einer unterirdischen Promenade verbunden werden.

Darüber hinaus soll ein zentrales Empfangsgebäude entstehen. Wann das alles fertig wird, ist unklar. Optimistische Prognosen gehen von 2015 aus. Momentan kommen jedes Jahr rund vier Millionen Besucher auf die Museumsinsel. Das soll in den nächsten Jahren auf fünf bis sechs Millionen gesteigert werden. So stellt sich das jedenfalls der Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, Klaus Peter Schuster, vor.

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