Erlaubte Handy-Klänge

"ADevantgarde"-Festival: - "Neuer Futurismus" lautete das Motto des Auftaktkonzertes, mit dem das neunte ADevantgarde-Festival in der Münchner Muffathalle startete. "Futurismus" als Thema ist nicht wirklich neu, doch Festivalleiter Moritz Eggert hat zu diesem Konzert vier Komponisten eingeladen, die sich mit dem Thema des aktuell fortschreitenden Zugriffs der Maschinen auf das menschliche Alltagsleben auseinandersetzten.

Vier Uraufführungen für Orchester standen im Mittelpunkt: Markus Muench verarbeitet in "data.strings" manipulierte Klänge von Handys und Spielautomaten und schickt zu diesen Bandzuspielungen den Streicherkorpus des Münchener Kammerorchesters auf Klangfindung, unter anderem mit hochfrequentierten Sinustönen.

"The Inner Future" nannte der Belgier Jean-Paul Dessy sein von langsamen, flirrenden Streicherklängen durchzogenes Stück, das von aufjaulenden tiefen Celli- und Basslinien durchbrochen wird, dem eine altertümlich romantische Cellokantilene folgt und das sanft endet. In seinem "Futurist Manifesto" arbeitet Morgan Hayes mit monumentalen Akzenten, die einen mit teils dumpf-bizarren Wirkungen in eine Maschinenhalle versetzen.

Speziell für das aus New York angereiste Trio Real Quiet, das im ersten Teil zwei facettenreiche Stücke von Annie Gosfield und Phil Kline spielte, hat David Lang "Pierced" geschrieben. Mit Percussionist David Cossin, Cellist Felix Fan und Pianist Andrew Russo brach das Kammerorchester unter Leitung von Christoph Altstaedt mit dem durch seine ständigen Rhythmenwechsel schwierigen Stück eine Lanze für die Faszination des Präzisen.

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