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Eros Ramazzotti ist am Donnerstag in der ausverkauften Münchner Olympiahalle aufgetreten.

Italo-Superstar

Eros Ramazzotti in der Münchner Olympiahalle: Die Konzert-Kritik

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München - Eros Ramazzotti ist am Donnerstag in der ausverkauften Münchner Olympiahalle aufgetreten. Hier lesen Sie die Kritik zum Konzert.

Was gibt’s Schöneres für einen Münchner (und eine Münchnerin), als im feuchtkalten Herbst noch einmal auf eine Italienreise aufzubrechen? Und wenn dann auch noch Eros Ramazzotti die Reiseleitung übernimmt, dann ist es: Perfetto! So heißen das neue Album und die Deutschland-Tour des ewigen Strizzis aus Cinecittà, die am Donnerstag in der ausverkauften Olympiahalle startete (Zusatzkonzert an gleicher Stelle am 17. März). Ein prächtig gelaunter, oft zum Albern aufgelegter Eros nahm 9.500 sonnenhungrige Fans mit über den Brenner, vorbei am Gardasee, runter ins Traumland. Und spätestens bei „Se bastasse una canzone“, als die ganze Halle im wohligen „Ho ho ho ho“ schwelgte, konnte es kaum perfekter sein. Die singen, die Römer – die Münchner aber auch!

Gleich zu Beginn wird klar, warum Eros Deutschlands Lieblingsitaliener ist. Pünktlich um acht steht er ganz in schwarz auf der Bühne, zunächst noch hinter einem Vorhang versteckt, über den ein Computer-Eros tanzt. Keine Verspätung, keine Vorband, einfach nur purer Eros. So mögen wir das. Der Mann und seine Musik sind zuverlässig wie ein Golf (mit Benzinmotor), doch mit ein bisserl Fantasie fühlt man sich wie im alten Alfa Spider (in rot).

Trotz seines enthusiastischen „Ciao ragazzi!“ macht er es München zu Beginn nicht leicht. Nach dem schmissigen „L’ombra del gigante“ zum Auftakt stammt der Großteil der nächsten Songs vom „Perfetto“-Album. Die sind nicht schlecht, stören weder auf Bayern 1 noch auf Spotify – bieten aber nichts, was Eros nicht schon deutlich besser abgeliefert hätte. Doch danach fast nur noch Hits. Ramazzotti mit allem, Eros quattro stagioni!

Danke Munchen! #ERWT15- https://instagram.com/p/9J6BZcQdQE/

Posted by Eros Ramazzotti on Donnerstag, 22. Oktober 2015

Eros Ramazotti verspricht „Good Music" in der Olympiahalle München

Er verspricht „Good Music". Und er liefert „Good Music". Bei „Terra promessa“ reißt es die Fans hoch vom Erdboden – aufstehen, mitsingen! Und bei „Adesso tu“ fühlt sich jede Münchnerin in den Arm genommen wie einst die Hunziker. Mal schwelgt Ramazzotti, mal macht er den Clown und schleppt mit einem seiner Musiker Stühle über die Bühne, einfach so zur Gaudi. Die Slapstick-Einlage ist nicht spontan, das macht er jeden Abend. Aber wer will dem nicht mehr ganz jungen Römer, der nächste Woche unfassbare 52 wird, dafür bös sein?

Ramazzottis Stimme zeigt keine Spur von Eros-ion, die Neun-Mann-Band bringt die Radiohits spielfreudig über die Rampe. Und vor allem die Beinahe-Oldies wie „Dove c’è musica“ oder „Cose della vita“ (auch ohne Tina) sind die unschlagbarsten Glücklichmacher nördlich von Neapel. Eros spielt Gitarrensoli (er kann das), nimmt uns mit in das Italien, das wir seit unserer Kindheit lieben – und das es in Wirklichkeit längst nicht mehr gibt, ohne Berlusconi, ohne Verfall, ohne Wirtschaftskrise. Doch für einen Abend darf sich „Emozioni" wieder auf „Illusioni" reimen. Klischee? Mag sein. Trotzdem schee.

Jörg Heinrich

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