Technische Störung am Isartor: Erhebliche Verzögerungen auf der Stammstrecke

Technische Störung am Isartor: Erhebliche Verzögerungen auf der Stammstrecke

Erst der Riese, dann der König

- Die Gattungsbezeichnung "Oratorium" führt in die Irre. Denn statt namenlose Vokalisten miteinander zu konfrontieren, die von Bedeutungsschwangerem künden, aber nicht selbst daran teilnehmen, ließ Händel im "Saul" vielschichtig gezeichnete Charaktere gegeneinander antreten. Das Stück driftet also ins Opernhafte, eine Inszenierung - wie nun an der Bayerischen Staatsoper - ist daher folgerichtig. Die Vorbereitungen für Christof Loys Produktion laufen auf Hochtouren, Premiere ist am kommenden Montag, Ivor Bolton(Wer sonst?) steht am Pult.

Erzählt wird die Geschichte des jungen David, der gerade den Riesen Goliath besiegt hat, zum Gegenspieler von König Saul wird, ihn schließlich ablöst. Zur Vorbereitung empfiehlt sich eine CD aus dem Hause Philips, dank des perfekten Monteverdi Choirs, den feurig musizierenden English Baroque Soloists und Dirigent John Eliot Gardiner das Nonplusultra in Sachen Händel. Die Aufnahme ist ein Live-Mitschnitt der Göttinger Festspiele - und in zwei Partien identisch mit dem aktuellen Münchner Vorhaben: Alastair Miles singt - kultiviert, facettenreich, stimmlich sehr souverän - den unbeugsamen Herrscher, John Mark Ainsley ist als vermittelnder Sohn Jonathan zu hören. Derek Lee Ragin wurde als David verpflichtet. Und hier dürfte die Münchner Lösung mit Counter-Star David Daniels der CD überlegen sein . . .

Händel: "Saul", Monteverdi Choir, English Baroque Soloists, John Eliot Gardiner (Philips).

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Gergiev und die Münchner Philharmoniker: Warum Bruckner?
Valery Gergiev und die Münchner Philharmoniker setzen ihren Bruckner-Zyklus mit der Achten fort. Eine Enttäuschung.
Gergiev und die Münchner Philharmoniker: Warum Bruckner?
Christine Nöstlinger ist gestorben
Die österreichische Kinderbuchautorin Christine Nöstlinger ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Dies bestätigte am Freitag der Residenz-Verlag in Wien. 
Christine Nöstlinger ist gestorben
Lebensprojekt München: Mariss Jansons bleibt bis 2024
Das ist auch eine kulturpolitische Entscheidung mit Blick auf den Konzertsaal: Mariss Jansons bleibt seinem Orchester ungewöhnlich lang erhalten.
Lebensprojekt München: Mariss Jansons bleibt bis 2024

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.