"Erwachsenenzunge"

- Irina Korschunow ist etwas gelungen, was nicht unbedingt jedem Autor beschieden ist: Ihre Erfolgskurve reicht vom Kinderbuch bis zur Erwachsenenliteratur. "Nach meinen Kinder- und Jugendbüchern habe ich angefangen, mit einer Erwachsenenzunge zu sprechen", sagt die in Gauting bei München wohnende Autorin, die an Silvester ihren 80. Geburtstag feiert.

"Ich habe immer etwas Neues gemacht", so Irina Korschunow, deren Leben auf zwei Säulen ruht: die Familie und das Schreiben. Derzeit arbeite sie am neunten Roman.

Die Kinder lieben die auch auf Schallplatte aufgenommenen und im Fernsehen gezeigten Wawuschel-Bücher. Allein das Kinderbuch "Der Findefuchs" ist in mehr als 15 Sprachen übersetzt worden und wird in Schweden jedem Elternpaar geschenkt, das ein Kind adoptiert. Die Geschichten um die Wawuschelfamilie sind wie "Der Findefuchs" sowie das Buch "Hanno malt sich einen Drachen" inzwischen Klassiker der Kinder- und Jugendliteratur und gehören zur Schullektüre.

Die in Stendal als Tochter eines russischen Vaters und einer deutschen Mutter geborene Autorin studierte in Göttingen Germanistik, Anglistik und Soziologie, bevor sie 1954 nach München kam. Dort arbeitete sie als Journalistin für Zeitungen und Rundfunkanstalten. Ihr Debüt als Romanautorin gab sie nach 28 Kinder- und Jugendbüchern 1983 mit der Familienchronik "Glück hat seinen Preis". Danach folgten unter anderem "Der Eulenruf", "Malenka", "Die Fallschirmseide" und zuletzt "Das Luftkind".

Die Geschichten der vielfach geehrten Autorin sind genau recherchiert und spannend konstruiert. Als frühere Drehbuchschreiberin für Fernsehfilme beherrscht Korschunow zudem virtuos die Technik der Dialoge. "Meine Geschichten scheinen zu gefallen", meint die Autorin eher bescheiden. "Kinder lesen zum Beispiel nichts, was ihnen keine Freude macht." Am meisten freut es sie, dass alle ihre Werke noch zu kaufen sind.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

„Als Verbrecher wäre ich ein Versager“
Rupert Grint über die Gangsterserie „Snatch“ und sein Entkommen aus der Gefangenschaft des „Harry Potter“-Universums.
„Als Verbrecher wäre ich ein Versager“
„Tannhäuser“ in München: Zeit der Künstlichkeit
Eine bessere Sängerbesetzung für diesen neuen „Tannhäuser“ an der Bayerischen Staatsoper lässt sich nicht finden - wohl aber ein besserer Regisseur. Die rituellen Bilder …
„Tannhäuser“ in München: Zeit der Künstlichkeit
Weltstars inmitten der Natur - Dieses Festival ist eine Reise wert
Franz Ferdinand, Feist und Judith Holofernes sind nur drei Acts, die beim diesjährigen „Summer‘s Tale“ auftreten. Unter Musik-Kennern längst bekannt, ist das Festival …
Weltstars inmitten der Natur - Dieses Festival ist eine Reise wert
BR-Symphoniker erproben die Elbphilharmonie
Das BR-Symphonieorchester unter Mariss Jansons reiste von München nach Hamburg und gab sein Debüt in der Elbphilharmonie. Wir haben dieses besondere Gastspiel begleitet. 
BR-Symphoniker erproben die Elbphilharmonie

Kommentare