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Unterfranken unter sich: Frank Markus Barwasser (l.) aus Würzburg wird neuer Partner des Aschaffenburgers Urban Priol in „Neues aus der Anstalt“ (ZDF).

Fernsehkabarett

Erwin Pelzig ist reif für die „Anstalt“

Mainz - Frank Markus Barwasser wechselt von der ARD zum ZDF – und nimmt auch seine Talkshow „Aufgemerkt!“ mit. Anstaltsleiter Urban Priol bekommt ab Herbst tatkräftige Unterstützung.

Alleine weiterzumachen – das hatte Urban Priol nach dem Ausstieg von Georg Schramm bei „Neues aus der Anstalt“ (wir berichteten) im Interview mit unserer Zeitung kategorisch ausgeschlossen. Nun hat der Kabarettist einen neuen Partner für die erfolgreiche ZDF-Satirereihe gefunden. Frank Markus Barwasser alias Erwin Pelzig wird ab Herbst zweiter Frontmann der „Anstalt“. Das bestätigte Urban Priol dem Münchner Merkur am Sonntag auf Anfrage.

Barwasser nimmt ferner sein satirisches Talkformat „Aufgemerkt! Pelzig unterhält sich“ vom Ersten ins Zweite mit. „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit“, sagte Priol (49). „Barwasser war von Anfang an mein und auch Georg Schramms Wunschkandidat.“ Über konzeptionelle Details könne und wolle er noch nichts sagen. Man werde die Sommerpause nutzen, um in aller Ruhe den Neustart vorzubereiten.

Fest stehe aber, „dass wir auch weiterhin dem Zeitgeist ordentlich eins auf die Löffel geben werden“. Erfahrungen mit dem Format „Neues aus der Anstalt“ hat Barwasser bereits. In der letzten Sendung vor der Sommerpause – Schramms Abschiedssendung – lieferte der 50-Jährige ein langes Solo. Fest stehe, „dass es jemand sein muss, der spielen kann, der politisch denkt, der Wut im Bauch hat“, hatte Urban Priol, der in „Neues aus der Anstalt“ den Chefarzt einer fiktiven psychiatrischen Tagesklinik verkörpert, das Profil des Schramm-Nachfolgers umrissen. Attribute, die auf Barwasser hundertprozentig zutreffen.

Der gebürtige Würzburger gehört – seinem eher spießigen Outfit mit kariertem Hemd, Cord-„Hütli“ und „Täschli“ zum Trotz – zu den profiliertesten politischen Kabarettisten in Deutschland. Für Programme wie „Worte statt Taten“ und „Vertrauen auf Verdacht“ bekam er die wichtigsten deutschen Kabarettpreise. Der ausgebildete Journalist ist als Satiriker ein Gewächs des Bayerischen Rundfunks (BR).

Bereits seit Anfang der Neunzigerjahre schuf Barwasser für Bayern 3 Radioglossen rund um seine Kunstfigur Erwin Pelzig, zu der sich später der pseudo-intellektuelle Dr. Göbel und der eher prollige Hartmut gesellten. Seit 1998 betätigte sich Barwasser alias Pelzig im Bayerischen Fernsehen als subversiver Gastgeber der Talkshow „Aufgemerkt! Pelzig unterhält sich“, in der er Politiker und andere Prominente mit frechen Fragen in Verlegenheit bringt. Seit 2007 lief die preisgekrönte Sendung auch im Ersten.

Auch als Filmheld und als Theaterfigur trat Erwin Pelzig in Erscheinung. Im Jahr 2007 drehte Thomas Heinemann den Streifen „Vorne ist verdammt weit weg“, im Münchner Residenztheater steht derzeit das Stück „Alkaid – Pelzig hat den Staat im Bett“ (Regie: Josef Rödl) auf dem Spielplan. Für das ZDF und für Urban Priol geht es bei der Neubesetzung um viel, schließlich soll „Neues aus der Anstalt“, seit 2007 einmal monatlich jeweils dienstags um 22.15 Uhr zu sehen, Marktführer beim Fernsehkabarett bleiben. Das Duo Priol/Schramm war bisher insgesamt 36 Mal auf Sendung und erreichte zuletzt im Schnitt 2,7 Millionen Zuschauer. Damit lag es deutlich vor Mathias Richlings ARD-„Satiregipfel“, der als Nachfolgesendung des legendären „Scheibenwischer“ fungiert.

Priols bisheriger Partner Georg Schramm (61) hatte im Mai seinen Rückzug aus dem Fernsehen angekündigt, um sich wieder mehr seinen Soloauftritten auf der Bühne widmen zu können. Die Premiere seines neuen Programms „Meister Yodas Ende“ ist für September geplant.

von Rudolf Ogiermann

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