Der „Unterhaltungswert“ und die „gesellschaftliche Relevanz“ der Stücke seien ihm besonders wichtig, erklärt Gärtnerplatz-Intendant Ulrich Peters. Foto: Klaus Haag

Etatkürzung und die kommende Spielzeit des Staatstheaters am Gärtnerplatz

München - Er wollte die Nicht-Verlängerung seines Vertrags durch Bayerns Kunstminister Wolfgang Heubisch (FDP) eigentlich nicht zum Thema machen.

Doch am Ende seiner Präsentation der kommenden Spielzeit am Staatstheater am Gärtnerplatz konnte man Intendant Ulrich Peters den Frust anmerken. Sein Haus muss im laufenden Kalenderjahr mit einer halben Million Euro weniger auskommen. Das bayerische Finanzministerium habe die Kürzung „relativ lapidar“ mitgeteilt, sagte Peters: „Wir sollen gefälligst schauen, wo das Geld eingespart werden kann.“ Bei einem Gesamtetat von gut 30 Millionen Euro mache sich ein Minus von 500 000 Euro deutlich bemerkbar, betonte er. Allerdings habe er sich in seiner bisherigen Karriere schon mit schlimmeren Einschnitten arrangieren müssen. Peters kritisierte jedoch, dass es vor der Mitteilung kein Gespräch gegeben habe. „Ich habe nicht einmal einen Brief bekommen, sondern nur einen Ausdruck aus dem Kassensatz. So kenne ich das nicht.“

Klar, dass der 55-Jährige die gestrige Pressekonferenz auch für eine ausführliche Bilanz nutzte: In den etwas mehr als zweieinhalb Jahren seiner Intendanz habe sich gezeigt, dass „weniger Leute häufiger ins Theater gehen“, daher sei „Vielfalt das Gebot der Stunde“. In der kommenden Spielzeit erwarten die Zuschauer im Gärtnerplatz-Theater acht Musiktheater- und zwei Tanztheater-Premieren.

Peters strich auch heraus, dass zum ersten Mal seit zehn Jahren die Zahl der Abonnenten gestiegen sei: 2700 hat das Theater aktuell. Für den Intendanten aber besonders wichtig ist die Tatsache, dass „20 Prozent der Karten an Menschen unter 25 Jahren“ verkauft werden. Die Attraktivität seines Hauses soll für jüngere Zuschauer noch erhöht werden: Neben den Jugendpreisen (durchgehend 50 Prozent Ermäßigung bei allen Vorstellungen und auf allen Plätzen) bietet das Theater künftig auch ein Jugendabo (50 Prozent Ermäßigung auf alle Wochentagabos außer freitags).

Auf die Frage, ob er das Haus 2012 mit dem Intendanten verlassen werde, antwortete Chefchoreograph Hans Henning Paar dagegen ausweichend: Es werde sich zeigen, ob die Tanzkompanie auch nach 2012 unter seiner Leitung arbeitet. „Wir Tänzer und Choreographen planen nicht so weit voraus. Ich konzentriere mich auf die nächsten zwei Spielzeiten und mache mir um meine Zukunft keine Sorgen“, sagte Paar und fügte hinzu: „Bisher wurde ich immer abgeworben.“

Michael Schleicher

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