Wie es euch gefällt

- Hier soll am 24. Oktober mit Shakespeares "Titus Andronicus" das Münchner Volkstheater in die Spielzeit 2002/03 starten? Noch existiert das Haus an der Brienner Straße nur als Rohbau - inklusive des Wirtshauses. Das wird als "Volksgarten" unter neuer Leitung - mit Riesen-Gartenterrasse - echter Bestandteil des Theaters. Der neue Intendant Christian Stückl ("Jedermann", Passionsspiele), Nachfolger von Ruth Drexel, freut sich auf "einen atmosphärisch schönen Ort". Dass gerade ein "fester" Standort, "wo man Dramaturgen, Schauspieler, Regisseure zusammenholen kann, wie's einem gefällt", Ausschlag gebend für ihn war, Prinzipal zu werden, unterstreicht der junge Theaterchef ebenfalls.

<P></P><P>Offen spricht er aber auch von Schwierigkeiten. Das betrifft nicht das Ensemble (elf junge Künstler, darunter die Passionsspiele-Magdalena Ursula Burkhart und bekannte Kräfte wie Sophie Wendt), auch nicht den Spielplan (www.muenchner-volkstheater.de) und nicht den Umbau, den er bei Brückner Architekten und dem Baureferat in bewährten Händen weiß. Aber: "Der Job des Intendanten ist für mich ganz neu." Die Kosten, die alleine Gebäude und Personal verschlingen, hätten ihm schon "schlaflose Nächte" gebracht. Denn für die künstlerische Arbeit bleibt kaum etwas übrig.</P><P>Umso erfreulicher der Umbau. Nicht nur dass Garderobe, Foyer, Bar und Gastronomie großzügiger und vielseitig verwendbar für Veranstaltungen werden sollen, es gibt auch akustische Verbesserungen gegen Störgeräusche. Die zweite Spielstätte, das Nachtkastl, wird zu einem richtigen Bühnenort umgewandelt und ist nicht mehr mit dem Durchgang zu den Büros belastet. </P><P>Eine andere "Last", die der Vorurteile gegen das Volkstheater als Komödienstadl-Brutstätte, möchte Stückl ebenfalls abwerfen. Weder Berlin noch Wien hätten bei ihren Volksbühnen gegen ein schlechtes Image zu kämpfen. Und noch eines wundert Stückl: "Boarisch in München ist ein eigenartiger Punkt. Man muss schauen, wie man damit umgeht." Damit meint der gebürtige Oberammergauer und tatsächlich Baierisch Sprechende die Tatsache, dass in München kaum jemand den heimischen Dialekt benutzt. Viele sich dafür regelrecht genieren.<BR><BR>Spielplan bis Dezember 2003:<BR> <BR>Ab 24. 10. <BR>"Titus Andronicus" von Shakespeare; Regie: Christian Stückl; Titelrolle: Christian Lerch.<BR> <BR>Am 26. 10. <BR>"Heimatabend" zur Wiedereröffnung, ein Fest mit dem Ensemble und Gästen wie Ruth Drexel und Veronica Ferres.<BR> <BR>Ab 15. 11. <BR>"Durstige Vögel" von Kristo |6Sagor, der selbst inszeniert.<BR> <BR>Ab 29. 11. <BR>"Geierwally" von Wilhelmine von Hillern; Regie: Christian Stückl.<BR> <BR>Anfang Dezember <BR>"Nicht Fisch nicht Fleisch" von Kroetz; Regie: Ruth Drexel (Koproduktion mit den Tiroler Volksschauspielen in Telfs).<BR> <BR>Im Januar und Februar 2003 werden die jungen Regisseure Florian Fiedler und Marco Kreuzpaintner je ein Stück herausbringen, deren Titel noch nicht verraten wurden.<BR> <BR>Nicht vom Spielplan verschwinden werden die "alten" Produktionen: <BR>"Der verkaufte Großvater" , <BR>"Späte Gegend" und der unverwüstliche <BR>"Kontrabass" .<BR><BR>Vorverkauf :<BR>Ab 1. Oktober über München Ticket oder im Theater. Während des Umbaus ist die Kasse im Haus des Fußballs, Brienner Straße 50. Mo-Fr 11-18 Uhr, Sa 11-14 Uhr, Tel: 089/523 46 55, Fax 523 55 56. Mit den Theaterscheckheft für sechs Stücke spart man 40 Prozent des Eintritts.<BR><BR></P>

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