Euer Applaus war Sinn meines Daseins

- Der amerikanische Filmstar Charlton Heston, der als "Ben Hur" 1959 Weltruhm erlangte und einen Oscar gewann, hat sich wegen der Erkrankung an Alzheimer von der Öffentlichkeit verabschiedet. Er leide unter den frühen Symptomen der Nervenkrankheit, gab der 77-Jährige in einer am Wochenende veröffentlichten Erklärung bekannt. Seine Ärzte hätten bei ihm "eine neurologische Erkrankung mit den Symptomen von Alzheimer" festgestellt.

<P>"Ich wollte mich jetzt an euch wenden. Denn wenn erst die Zeit gekommen ist, bin ich dazu vielleicht nicht mehr in der Lage", sagt Heston in der aufgezeichneten Aufnahme, die er an Freunde, Kollegen und Fans gerichtet hat. "Ich habe mein ganzes Leben vor euch auf der Leinwand und der Bühne geführt. Euer Applaus waren Inhalt und Sinn meines Daseins", erklärte der Hollywood-Star und fügte hinzu: "Für einen Schauspieler gibt es keinen größeren Verlust als den seines Publikums." Er werde, so Heston, seinen normalen Tagesablauf so lange beibehalten, wie er nur könne.</P><P><BR>Heston hatte als muskelstrotzender Galeeren-Sträfling und Wagenführer Ben Hur (1959) einen Oscar gewonnen. Zu seinen großen Rollen gehören die des "El Cid" (1961) in dem Ritterspektakel von Anthony Mann sowie die Moses-Rolle in Cecil B. DeMilles "Die zehn Gebote" (1956). Wichtig für seine Karriere war auch die Rolle als mexikanischer Detektiv in Orson Welles' Klassiker "Im Zeichen des Bösen" (1957).</P><P><BR>Bekannt ist Heston dem Publikum in der ganzen Welt auch durch den "Planet der Affen" (1967) und die Fortsetzung "Rückkehr zum Planet der Affen" (1970) sowie "Die drei Musketiere" (1973). </P><P>"Goldfieber" (1982) zeigte ihn in einer Doppelrolle als verwilderten Schürfer und dessen mörderischen Bruder. Bei diesem Film führte Heston auch Regie. In den 70er und 80er Jahren war er meist in Action- und Katastrophenfilmen zu sehen, häufig als der ruhende Pol wie in "Der Omega-Mann" (1971), "Erdbeben" (1974), "Giganten am Himmel" (1975) oder "U-Boot in Not" (1977). In den letzten Jahren hatte Heston als Präsident der Vereinigung amerikanischer Waffenbesitzer und seinem Eintreten gegen schärfere Waffengesetze Schlagzeilen gemacht.</P><P><BR>Charlton Heston hatte 1947 sein Broadway-Debüt mit Shakespeares "Anthony and Cleopatra" gegeben und spielte besonders in den 70er-Jahren viel Theater. Später kamen Fernsehauftritte hinzu. Auf der Kinoleinwand war er von den 90er-Jahren an fast nur noch in Nebenrollen zu sehen, darunter als Gott in "Beinahe ein Engel" (1990) mit Paul Hogan in der Hauptrolle.</P><P><BR>Kleinere Rollen spielte Charlton Heston noch in der Western-Saga "Tombstone" (1993), in "Wayne's World II" (1993) oder in "Die Mächte des Wahnsinns" (1995). Unter der Regie seines Sohnes Fraser C. Heston entstanden 1990 und 1996 zwei Filme, in denen der Vater nochmals zu größeren Rollen kam. In dem Remake "Die Schatzinsel" spielte der Filmheld von einst den Piratenführer Long John Silver, in dem Abenteuer "Alaska" trat er als fieser Wilderer in der arktischen Wildnis auf.<BR><BR></P>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Sunrise Avenue sorgen für Pop-Rock-Party auf dem Königsplatz und machen Fans selig
Am Freitagabend wurde Münchens Innenstadt mit hörbarer Spielfreude auf die finnische Art beschallt - denn die nordische Band Sunrise Avenue brachte den Königsplatz zum …
Sunrise Avenue sorgen für Pop-Rock-Party auf dem Königsplatz und machen Fans selig
David Lynch – Hollywoods Rätselhaftester
Die Münchner Galerie Karl Pfefferle zeigt Lithografien und Holzschnitte des Künstlers und Filmemachers David Lynch (“Twin Peaks“). Wir haben die Ausstellung im …
David Lynch – Hollywoods Rätselhaftester
Waltraud Meier: „Ich will intelligent gefordert werden“
Ein letztes Mal kehrt Waltraud Meier zu den Bayreuther Festspielen zurück - nach 18 Jahren Abstinenz. Ein Gespräch über ihr Comeback, den Abschied von Rollen und über …
Waltraud Meier: „Ich will intelligent gefordert werden“
Das Residenztheater bietet der Welt eine Bühne
Die Welt zu Gast bei Freunden: An diesem Wochenende hat „Welt/Bühne“ Premiere im Marstall. Wir sprachen über das internationale Autoren-Projekt mit Sebastian Huber, …
Das Residenztheater bietet der Welt eine Bühne

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.