Kanadische Polizei: Wagen rast in Menschenmenge in Toronto

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Merkur-Redakteur Rudolf Ogiermann.

Merkur-Kommentar

Jamie Lee ist Letzte - warum der ESC trotzdem wichtig ist

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Lange als altmodischer Trällerwettbewerb abgetan, hat der ESC längst Kultstatus  - und eine ernsthafte Mission. Ein Kommentar von Merkur-Redakteur Rudolf Ogiermann.

Entscheidet wieder mehr der Sexappeal der Sängerinnen und Sänger als die musikalische Substanz des Songs? Werden die Skandinavier wieder für ihre Nachbarn stimmen und die Slawen einander nach vorne wählen? Wird Deutschland wieder ganz hinten landen? Fragen, die man sich beim Eurovision Song Contest Jahr für Jahr stellt und die unter den Fans auch dieses Jahr wieder für leidenschaftliche Diskussionen sorgten.

Gott sei Dank, muss man sagen, diskutiert Europa wenigstens einen Abend lang über solche Fragen – und streitet nicht über Flüchtlinge, Grenzschließungen, Grexit oder Brexit. Der ESC – schon lange von vielen belächelt als harmloser Trällerwettbewerb – ist zu einem Stück heile Welt geworden in einer Zeit, da der Kontinent politisch auseinanderdriftet und auch Menschen gleicher Nationalität einander immer unversöhnlicher gegenüberzustehen scheinen. Für einen Abend im Mai sprechen weit mehr als 100 Millionen meist junge Menschen in Europa eine gemeinsame Sprache, nämlich die der Musik, fiebern mit „ihren“ Interpreten, feiern am Ende gemeinsam den Sieger – und letztlich sich selbst. Wer hätte gedacht, dass das einmal so wichtig werden könnte?

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