Ewige Erde

- Längst verdorrt ist jegliche Vegetation, ganz und gar ausgebrannt der Boden, düster der Himmel. Terrassenförmig, in breiten Schollen und grindigen Bahnen steigt das braun-schwarze Gelände gegen den Horizont. Trostlos das Ganze und kaum begehbar.

Nicht ein verödeter einstiger Braunkohleabbau ist hier gemeint, sondern die Toskana südlich von Siena (Crete Senese), das "Höllental" auf Sardinien (Valle dell'Inferno), wahlweise auch die winterliche Holledau oder gar das Wein- und Hügelland der Wachau.

So zumindest erläutert der Maler selber, was er seit 1989 in Endlos-Serien stets gleichbleibend vollbringt: der in Bad Aibling lebende Andreas Legath. Nach dem Studium an der Münchner Akademie wirkte er als Bühnenbildner unter anderem in Regensburg.

Die Galerie der Bayerischen Landesbank, München, widmet ihm eine Ausstellung, die ergänzt wird durch Werke des Bildhauers Alfred Görig, der Stein und Eisen zusammenfügt zu teils verspielten, teils intarsienartigen Kombinationen. Die "Materialität" verbindet beide Künstler.

Denn seine Leinwände präpariert und belegt Legath mit einer Spachtelmasse aus Marmorgries, Schamott und Bindemitteln. Auf diese möglichst körnige, schrundige Grundierung verteilt er seine erdigen Farben nach wiederkehrenden Grundmustern in den Varianten seiner fast unmerklichen Licht- und Schattenspiele einer geringfügigen Reflektion, die sich aus den verwendeten Materialien des sandigen Grundes ergibt.

Eine Art Wahlverwandtschaft verbindet Legath mit dem hochgeschätzten Maler Zoran Music, der mitten in Venedig permanent an die Karstlandschaften Istriens und Friauls zu denken schien. Beiden gemeinsam ist eine solide, durchaus produktive Melancholie.

Bis 17.9., tgl. 10-18 Uhr, Brienner Str. 20, Katalog: 20 Euro; Tel. 089/ 21 71 26 827.

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