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Beim Musical wohl eher nicht auf der Bühne: Elyas M‘Barek spielt die Hauptrolle in der „Fack Ju Göhte“-Reihe.

Uraufführung für Januar geplant

„Fack ju Göhte“ soll als Musical nach München kommen

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Von der Leinwand auf die Bühne: „Fack ju Göhte“ soll in naher Zukunft in ein Musical umgewandelt werden. Die Heimat das Stückes soll München sein.

München - „Fack ju Göhte“ krachte 2013 nicht nur wie ein lauter Pennälerscherz in die deutschen Kinos - Bora Dagtekins derb-fröhliche Schulkomödie erreichte auch mehr als sieben Millionen Zuschauer. Die Produktion der Münchner Constantin Film machte Elyas M’Barek als Zeki Müller, den Lehrer wider Willen, endgültig zum deutschen Superstar und stellte seine Kollegin Jella Haase in der Rolle der grellen Albtraum-Schülerin Chantal einem Publikum jenseits des Arthouse-Kinos vor. „Fack ju Göhte“ hat nicht nur Spuren im alltäglichen Sprachgebrauch hinterlassen („Chantal, heul leise!“ oder auch: „Sie Geisterkranker“) - dem Münchner Werksviertel beschert der Kino-Erfolg jetzt ein Musical samt neuem Theater.

Wie die Hamburger Stage Entertainment sowie die Constantin auf Anfrage bestätigen, planen beide Firmen zusammen eine Musicalversion der Komödie, allerdings sei man noch in einer „sehr frühen Planungsphase“, heißt es. Die Uraufführung von „Fack ju Göhte - Das Mjusikel“ soll im Januar 2018 sein. Bereits im vergangenen Mai hat die Stage potenzielle Darsteller zum Casting geladen.

„Fack ju Hummels, Alaba und Kimmich?“: Bayern-Stars im Kino

Darsteller zwischen 16 und 40

Im Juni fanden die sogenannten Auditions für die zehn wichtigsten Figuren statt - von Zeki Müller über dessen Streber-Kollegin Lisi Schnabelstedt (im Film gespielt von Karoline Herfurth), die Schüler Chantal und Danger bis hin zu Müllers Tabledance-Flittchen Charlie. Nach Talenten gesucht wurde in Hamburg und München - hier im Deutschen Theater, wo regelmäßig Stage-Produktionen zu sehen sind. Bis vergangene Woche stand an der Schwanthalerstraße etwa „Sister Act“ auf dem Spielplan.

Tatsache ist aber auch, dass der Hamburger Musicalanbieter seit vielen Jahren von einem eigenen Haus in München träumt. Im Werksviertel, unweit des Ostbahnhofs, wird es konkret: Aus dem ehemaligen Kartoffellager von Pfanni, 1100 Quadratmeter Fläche, 14 Meter hoch, wird der Saal fürs Musical. Den Kontakt zwischen dem Vermieterbeauftragten Martin Stephan und Stage stellte die Münchner Immobilienagentur „Schneider & Prell“ her. Die Architekten tüftelten lange, wie sie Bühne und Sitzplätze in die Halle integrieren können, die von mehreren Säulen gestützt wird.

Hier wurde „Fack ju Göhte 3“ gedreht

Bleibt Stage Entertainment länger in München?

Ein großer Vorteil: Das Belüftungssystem des alten Kartoffellagers sei durchdacht, große Änderungen deshalb nicht notwendig. Die Umsetzung des Projekts ist nach Informationen unserer Zeitung beschlossen, der Mietvertrag mit zehn Jahren Laufzeit unterschrieben. Möglich, dass das Musical erst der Anfang ist – Stage soll langfristig nach einer noch größeren Perspektive in München suchen. Im Werksviertel werden nach derzeitigem Planungsstand etwas mehr als 600 Zuschauer Platz haben. Zum Vergleich: Im „König der Löwen“-Theater im Hamburger Hafen sind es über 2000.

Beim Gärtnerplatztheater und dem Deutschen Theater, beide Häuser haben Musicals auf ihren Spielplänen, sieht man die Stage-Pläne gelassen: „Dass zu dem umfassenden Angebot den Zuschauern ein weiteres Musicaltheater in München geboten werden soll, zeigt die Bedeutung des neuen musikalischen Unterhaltungstheaters“, teilt Gärtnerplatz-Intendant Josef E. Köpplinger auf Anfrage unserer Zeitung mit.

„Kulturelles Leben unserer Stadt bereichern“

Im Deutschen Theater hofft man, dass Musical-Begeisterte, die wegen „Fack ju Göhte“ nach München reisen, auch einen Besuch an der Schwanthalerstraße einplanen. „Es ist schön, dass dieses Stück seine Uraufführung in München erlebt und als Long-Run-Produktion in einem neuen Theater im Werksviertel das kulturelle Leben unserer Stadt bereichert“, erklären Carmen Bayer und Werner Steer, Geschäftsführer des Deutschen Theaters. „Wir sind sehr gespannt auf dieses neue Konzept.“

Bevor Zeki Müller jedoch im Werksviertel singt und schwoft, wird er erneut auf der Leinwand zu sehen sein, natürlich gespielt von Elyas M’Barek. Am 26. Oktober kommt „Fack ju Göhte 3“ in die Kinos - wie berichtet gehört dieses Mal auch Sandra Hüller, Hauptdarstellerin aus Deutschlands diesjährigem Oscar-Kandidaten „Toni Erdmann“, zur Besetzung.

Sebastian Dorn, Markus Thiel und Michael Schleicher

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