AC/DC-Legende Malcolm Young ist tot

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Farbenfroher Rausch

- Dass die größte Filmindustrie der Welt nicht etwa im kalifornischen Hollywood beheimatet ist, sondern vor den Toren der indischen Stadt Mumbai, dem früheren Bombay liegt, das dürfte sich inzwischen auch bei uns herumgesprochen haben. Bollywood heißt das neue Zauberwort, und rund 900 Filme entstehen pro Jahr in Indiens Traumfabrik. Auch auf deutschen Kabelsendern haben diese farbenfrohen Schmachtfetzen mittlerweile ihren festen Platz und eine treue Fangemeinde erobert.

Da müsste es also schon mit dem Teufel zugehen, wenn das, was auf der Leinwand so überaus erfolgreich funktioniert, nicht auch auf einer Bühne gelingen sollte. Natürlich nicht auf irgendeiner Bühne. Für eine Show wie "Bharati" musste es schon die Münchner Olympiahalle sein, denn genau wie im Bollywood-Kino ist auch bei diesem monumentalen Tanz-Spektakel alles ein klein wenig größer und bunter als in unserem oftmals grauen Alltag.

Die Handlung dazu ist schnell erzählt: Ein junger, in den USA aufgewachsener Inder kehrt in seine Heimat zurück und findet dort in der bildhübschen Tänzerin Bharati (Bhavna Pani) die große Liebe seines Lebens. Bis die beiden aber zum obligatorischen Happy End die Eheringe tauschen können, steht erst einmal eine zweistündige Rundreise auf dem Plan, bei der ein Erzähler (Michel Sorbach) den Helden und die Zuschauer in die alten Traditionen und Geheimnisse Indiens einweiht.

Eine faszinierende Welt, die mit reich verzierten Kostümen, Lichteffekten und Projektionen auf die Bühne gezaubert wird und mit ihrer gewaltigen Bilderflut manchmal nur äußerst knapp an der Grenze zum Exotik-Kitsch vorbeischrammt. Rasante Tänze und akrobatische Einlagen Die aus zahlreichen Film-Hits und traditioneller indischer Folklore zusammengesuchten Lieder übernimmt dabei eine Gruppe von fünf Sängern, die den auf der Bühne agierenden Darstellern ihre Stimmen leihen. Und das ist auch gut so, denn was dem fast 100-köpfigen Ensemble an rasanten Tänzen und anderen akrobatischen Einlagen abverlangt wird, ist wahrhaft atemberaubend.

Die beinahe pausenlos unter Hochspannung stehenden Nummern im typisch bombastischen Bollywood- Sound werden dennoch mit einer geradezu beispiellosen Präzision abgeliefert und strahlen eine solche Energie und Lebensfreude aus, dass sich am Ende auch das Münchner Publikum nicht mehr auf den Sitzen halten konnte. Denn einen derartigen Rausch an Farben, Tanz und Musik wie "Bharati" darf man nicht hinterfragen. Es bleibt einem einfach nur sich hineinfallen zu lassen, Augen und Mund staunend zu öffnen und zu genießen.

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