Schnee, Sturmböen und glatte Straßen: DWD warnt weiterhin - A8 am Chiemsee gesperrt

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Nur ein Farbtupfer

- Kann oder sollte man ein Fragment vervollständigen? Ähnlich wie bei der "Zehnten" von Mahler oder Puccinis "Turandot" dürften die Meinungen dazu wohl auch im Fall von Mozarts "Großer Messe in c-moll" auseinandergehen. Anläufe, dieses Werk zu komplettieren, gab es immer wieder. Zuletzt 2005 von Robert D. Levin, dessen durchaus nicht unumstrittene Neufassung am Palmsonntag im Herkulessaal zur Diskussion gestellt wurde.

Als Zeuge der Verteidigung meldete sich bei dieser Münchner Erstaufführung Dirigent Hayko Siemens, der nach eher zaghaftem Beginn seine volle Konzentration auf die neu bearbeiteten Teile des Werkes zu richten schien.

Nicht nur die fehlende Stellen in Mozarts Partitur wurden hier von Levin ergänzt. Auch weitere kleine Lücken im überlieferten Notenmaterial versuchte der amerikanische Musikwissenschaftler zu füllen, indem er auf Passagen der thematisch verwandten Kantate "Davide Penitente" zurückgriff, die er relativ bruchlos in die originale Komposition einzufügen verstand.

Dafür zu sorgen, dass auch das Klangbild so authentisch wie möglich dem Ideal der Entstehungszeit folgte, lag an diesem Abend in den Händen des auf Originalinstrumenten spielenden Ensembles "La Banda", das seine Aufgabe ebenso routiniert meisterte wie die Sänger des MotettenChores. Wenn man sich vielleicht auch manchen Einsatz noch ein wenig weicher und runder hätte vorstellen können. Aus dem Kreis der Solisten wusste vor allem Béela Müller für sich einzunehmen, deren warm getönte Stimme sich im Duett bestens mit dem leichten Sopran von Kerstin Bruns ergänzte.

Durch Levins Bearbeitung mag die Messe nun zwar die ihr ursprünglich zugedachte Dimension erhalten haben, letztlich aber bleibt auch diese Fassung nur eine weitere, wenngleich äußerst spannende Kompromisslösung. Auf jeden Fall aber ein interessanter Farbtupfer im reichhaltigen Angebot des Mozartjahres.

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