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6000 Zuschauer waren am Donnerstagabend beim Konzert von Lana Del Rey (hier ein Foto ihrer Berlin-Show). Damit war das Zenith ausverkauft.

Konzertkritik zum Ikönchen-Gastspiel

Fast wundgelegen: Lana Del Rey im Zenith

München - So cool, dass es einen friert. Lana Del Rey, 2011 per künstliche Pop-Befruchtung erschaffene Queen of Düsternis, wehte mit ihrer ätherischen Zeitlupenmusik durchs ausverkaufte Zenith.

Sie hinterließ nichts als einen kühlen Schauer auf der Haut. War sie tatsächlich da, aus Fleisch und Blut? Oder wurde man Zeuge einer 3D-Projektion, die es nicht schafft, das Herz zu berühren? So leblos, so blasiert. Ein Konzert als Video Game.

Dabei begann alles vielversprechend. Jede Menge junge Fans waren nach Freimann getippelt, hübsch anzusehen, das olle Zenith als Münchens größter H&M. Die Schotten-Vorband Kassidy machte auch Freude, mit folkigem Hippiesound, irgendwo zwischen Mumford & Sons und Mando Diao, die T. Rex covern.

Danach wurde es anstrengend. Vor dem Auftritt traktierte Del Rey ihr Publikum mit Strawinskys Ballet-Schocker Le Sacre du Prin­temps, und es klang wie Psycho kurz vor dem Zustechen. Hauptsache cool, bis zur Leichenstarre. Und es blieb morbid. Im Blumen-Kimono enterte Miss Lana die als heruntergekommener Art-Deco-Albtraum gestaltete Bühne mit Papplöwen und Kerzenständern, spulte im immergleichen trägen Düster-Ton ihr Repertoire von Blue Jeans bis Blue Velvet ab.

Dazu der Bewegungsradius von Roy Makaay. Sportsfreund Mehmet Scholl hätte gesagt: „Man hat Angst, dass sie sich wundliegt.“

Leider ist nichts authentisch an der ehemaligen Lizzy Grant, nicht ihr Name, nicht ihr Look, nicht ihre Musik, nicht ihr Lachen. Das spürte im Schlummerland von Freimann auch das giggelnde Fan-Volk. Die angebliche Pop- und Mode-Ikone Del Rey – enttarnt als bald vergessenes Ikönchen.

Jörg Heinrich

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