Fasziniert von der Natur

- Die "Betenden Hände", der "Feldhase", die "Melancholie", die apokalyptischen Reiter: Das Werk Albrecht Dürer (1471-1528) ist allgegenwärtig. In Ausstellungen jedoch ist das Gesamtwerk Dürers trotz seiner kunsthistorischen Bedeutung nur selten zu sehen. Die Albertina Wien zeigt nun die erste Gesamtschau seit über 30 Jahren. Die Exposition versammelt unter dem Titel "Albrecht Dürer" rund 200 Originale aus allen Werkgruppen.

<P>"Dürer ist wie kein Anderer ein Identifikationskünstler für die Albertina", sagte Direktor Klaus Albrecht Schröder. Nachdem die Grafiksammlung Albertina die bedeutendste Sammlung von Dürer-Werken beherbergt, sei es für ihn ein Traum gewesen, das uvre des Meisters in der neu renovierten Albertina zu präsentieren. Die Schau rückt entsprechend den eigenen Bestand mit rund 140 Zeichnungen und dem gesamten druckgrafischen Werk in den Mittelpunkt, ergänzt um Leihgaben.</P><P>Beginnend mit dem "Selbstbildnis des 13-Jährigen", das als erstes Selbstporträt der europäischen Kunstgeschichte gilt, präsentiert die Schau das Werk Dürers in vorrangig chronologischer Ordnung. Zentrale Motive wie Selbstporträt, die Entdeckung der Landschaft, Tier- und Pflanzenstudien oder religiöse Zyklen sind jedoch auch thematisch angeordnet. Erstmals sind gezeichnete Vorstudien mit später ausgeführten Gemälden zusammen geführt, etwa eine Handstudie, die später im Gemälde "Christus unter den Schriftgelehrten" wiederkehrt. "Dürer machte die Studie zu einem eigenständigen Kunstwerk", so Schröder. </P><P>In sieben Räumen, vor zum Teil gedämpft grauem, zum Teil stark farbigem Hintergrund lässt die Schau die handwerkliche Entwicklung Dürers ebenso nachvollziehen wie die Gedankenwelt des Künstlers. Die Sammlung von Aquarellen aus seiner ersten Italien-Reise etwa zeigt die Hinwendung zur Landschaft, die bei Dürer erstmals als eigenständiges künstlerisches Motiv auftaucht. Das Bemühen des Künstlers um wirklichkeitsgetreue Wiedergabe des Sichtbaren wird auch in späteren Aquarellen mit Motiven aus seiner Nürnberger Umgebung oder in den berühmten Aquarellen "Der Feldhase" und "Großes Rasenstück" sichtbar. </P><P>Bis 30. 11.; Tel. 0043/ 1/ 534 830.<BR><BR></P>

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