Festival der Moderne

- Von Aberglaube keine Spur beim Komponisten, Dirigenten, Berliner Noch-Opernintendanten und Chef der Münchner musica viva Udo Zimmermann. Bei der Programmpräsentation der einzigartigen Konzertreihe zeitgenössischer Musik für die kommende Saison weist er darauf hin, dass er sich mit der Spielzeit 2003/ 04 immerhin in München in das verflixte siebte Jahr begibt.

<P>Zimmermann: "Diese bisherigen sechs Jahre sind mit viel Glück und vielleicht auch einem bisschen Verstand ganz erfolgreich verlaufen. Die durchschnittliche Auslastung der Konzerte liegt bei 97 Prozent." Und voller Stolz verweist er auf "ein gewachsenes, wach registrierendes, quer durch alle sozialen Schichten gehendes Publikumsinteresse". Man ist so erfolgreich, dass "wir" - und damit sind der Bayerische Rundfunk und das Rundfunksymphonieorchester gemeint -  "uns darüber Gedanken machen, ob wir nicht alle zwei oder drei Jahre ein Festival der Moderne veranstalten, vernetzt mit der Münchener Biennale, so es sie denn noch gibt". </P><P>Man wisse ja, so Zimmermann, die Zeiten seien schwierig, um so dankbarer sei er BR-Intendant Thomas Gruber für dessen Versicherung, dass die musica viva-Reihe nicht gefährdet sei.</P><P>Mitverantwortlich dazu beigetragen haben auch das starke Engagement von BMW mit der jährlichen Ausschreibung des Kompositionspreises sowie die CD-Edition der musica viva (col legno), die soeben durch zwei Mitschnitte -  Iannis Xenakis und John Cage - erweitert wurde. Und eine Sendung einmal im Monat auf BR alpha trägt zur weiteren Popularisierung der Konzertreihe bei.</P><P>In der kommenden Saison wird neben den Hauptschauplätzen Herkulessaal und Muffathalle ein neuer Raum ausprobiert - und zwar die Münchner Lukaskirche. Insgesamt wird es zwischen 24. Oktober 2003 und 9. Juli 2004 neun musica viva-Veranstaltungen geben; es stehen 46 Werke auf dem Programm, davon neun Uraufführungen. Erstmals wird Udo Zimmermann ein Konzert auch selber leiten, wozu er in den Jahren davor nicht gekommen ist, obwohl ihn sein Vertrag eigentlich dazu verpflichtet hätte. Prominentester Dirigent ist Esa-Pekka Salonen.</P><P>Zur Aufführung gelangen u. a. Werke von Luigi Nono und Helmut Lachenmann, Pascal Dusapin, Luciano Berio und György Ligeti sowie in Teilen Isabel Mundrys Oper "Gefächerter Raum".</P><P>Weitere Infos unter: www.br-online.de/musica <BR></P>

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