Festspiele: Der Dirigent, Wolfgang Wagner und sein Brief

Bayreuth - Die Bayreuther Festspiele - derzeit eine unendliche Geschichte. Nun hat sich auch Dirigent Christian Thielemann zu Wort gemeldet. Im Berliner "Tagesspielgel" äußerte er: "Zunächst muss dieses ganze unwürdige Gezerre ein Ende finden."

Mit Blick auf die mögliche Zusammenarbeit nicht nur mit Katharina Wagner, sondern nun auch mit Eva Wagner-Pasquier sagte Bayreuths "Ring"-Dirigent: "Mit Eva müssen wir erst einmal reden. Mich zum Beispiel würde interessieren, nach welchen Kriterien die Sängerbesetzung für den ,Ring der Berliner Philharmoniker in Aix-en-Provence zustande kam, für die sie ja verantwortlich ist. Da wecken einige Stimmen Diskussionsbedarf."

Mittlerweile liegt auch der Brief vor, mit dem sich der 88-jährige Festspielchef Wolfgang Wagner am 8. April an den Stiftungrat wandte. Sein Inhalt war in etwa bekannt, hier nun in Auszügen der Wortlaut:

". . . Für eine zukünftige Leitung der Bayreuther Festspiele begrüße ich die Idee einer Dreier-Konstellation, die in Christian Thielemann, Peter Ruzicka und nicht zuletzt meiner Tochter Katharina eine hervorragende Besetzung finden kann. Eine weitere Variante ergibt sich aufgrund der Ereignisse der vergangenen Monate und der Tatsache, dass sich meine beiden Töchter Eva und Katharina in dieser Zeit näher kennengelernt und die Möglichkeit einer gemeinsamen zukünftigen Festspielleitung ins Auge gefasst haben. Diese Lösung, auch unter Einbeziehung von Christian Thielemann, halte ich für äußerst zukunftsträchtig und begrüßenswert.

Sowohl der erstgenannten Variante. . ., aber insbesondere auch einer Bewerbung meiner beiden Töchter für die Festspielleitung würde ich zustimmen. In beiden Fällen wäre ich bereit, die Festspielleitung zu einem angemessenen, von mir zu bestimmenden Zeitpunkt abzugeben. Ich hoffe, dass ich mit diesen wenigen Zeilen ein deutliches Signal setzen konnte, und baue am 29. April 2008 auf einen entscheidungsfreudigen Stiftungsrat."

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