Festspiele Herrenchiemsee: Das Programm

- "Die wichtigste Neuerung für uns ist, dass wir bei den Herrenchiemsee-Festspielen 2007 die Kirche von Frauenchiemsee als neuen Spielort hinzugewonnen haben." Intendant und Dirigent Enoch zu Guttenberg zeigt sich glücklich darüber, nun auch das über 500 Plätze fassende Münster der Fraueninsel als Konzertsaal nutzen zu können, und so werden die Festspiele dort am 11. Juli von Taverner Consort & Players unter Andrew Parrott mit Monteverdis "Marienvesper" eröffnet.

Tags drauf präsentieren Johannes Erkes und sein Ensemble Festivo gemeinsam mit dem Kammerchor der "KlangVerwaltung" unter Leitung von Guttenberg die "Harmonia caelestis" Hildegards von Bingen.

Somit finden die Herrenchiemsee-Festspiele vom 11. bis 22. Juli nicht nur auf zwei Inseln statt, sondern sie verstehen sich, gemäß ihrem Motto "Der Welt entrückt", auch als Insel im Meer der Festspiele. "Maskulin - Feminin" ist das Thema 2007. Entstanden ist es nicht, weil zur Herreninsel als zweiter Spielort die Fraueninsel hinzugekommen ist. Zwei Plätze, die ursprünglich jeweils nach einem Frauen- und einem Männerkloster benannt wurden, streng getrennt und doch durch einen gemeinsamen See verbunden.

Vielmehr verbirgt sich dahinter die dramaturgische Idee, dass Dirigentin Ljubka zu Guttenberg die "Traviata" von Giuseppe Verdi leicht szenisch angedeutet und aus weiblicher Sicht machen wollte, ihr Mann Enoch zu Guttenberg dagegen Wolfgang Amadeus Mozarts Oper "Don Giovanni" als halbszenische Aufführung aus männlicher Sicht dirigieren will. Beides findet an verschiedenen Abenden im Spiegelsaal auf Herrenchiemsee statt.

Zudem präsentiert das Royal Philharmonic Orchestra, dirigiert von Dirk Joeres, unter dem Titel "Pathétique" mit Werken von Robert Schumann, Benjamin Britten und Peter Tschaikowsky Varianten der Einsamkeit. Das Scottish Chamber Orchestra konzentriert sich unter Andrew Manze auf Ludwig van Beethovens "Geschöpfe des Prometheus" und die "Eroica".

Die Chorgemeinschaft Neubeuern und das Orchester der "KlangVerwaltung" bieten unter Guttenberg Franz Schuberts Schauspielmusik zu "Rosamunde". Clara und Robert Schumann stehen an zwei Abenden im Mittelpunkt, und mit Vivaldis "Juditha Triumphans" enden die verlängerten Festspiele.

Eine zweite Neuerung ist technischer Natur: Der Konzertbeginn ist auf Publikumswunsch um eine halbe Stunde vorverlegt worden, da 70 Prozent der Besucher eine weite Anreise haben. Übrigens: 70 Prozent der Karten sind bereits verkauft.

Infos: 089/ 93 60 93,

www.muenchen-musik.de

www.herrenchiemsee-festspiele.de

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