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Das Festspielhaus in Bayreuth.

Festspielhaus Bayreuth: Mäzene sehen Staat in der Pflicht

Bayreuth - Die bevorstehende Sanierung des Bayreuther Festspielhauses sorgt für Gesprächsstoff: Die Mäzene der Gesellschaft der Freunde von Bayreuth fordern Unrerstützung vom Staat. 

Bei der bevorstehenden Generalsanierung des Bayreuther Festspielhauses sieht die Gesellschaft der Freunde von Bayreuth die öffentliche Hand in der Pflicht. „Wir werden massiv die Hilfe von Freistaat und Bund brauchen“, sagte Georg von Waldenfels vom Vorstand der Mäzenatenvereinigung am Montag in Bayreuth. „Da kommen riesige Aufgaben auf uns zu.“

Die Gesellschaft hat bereits Geld zur Verfügung gestellt, damit ein Architekturbüro den genauen Sanierungsbedarf und einen Zeitplan ermitteln kann. Im Februar seien Ergebnisse zu erwarten, sagte von Waldenfels. Mit Unterstützung der öffentlichen Hand rechnet er auch, weil Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) die Pläne für einen neuen Konzertsaal in München befürwortet. Denn die Konsequenz sei ja, dass dann auch andere Kulturstätten im Land Geld bekommen müssen. „Das geht ja gar nicht anders; und wir werden genau hinschauen.“ Seehofer selbst hatte zugesichert, dass bei einem Konzertsaalbau in der Landeshauptstadt die Kultur in den Regionen nicht vernachlässigt werde, sondern auch finanziell profitieren solle.

Obwohl noch keine konkreten Kosten für die Festspielhaus-Sanierung bekannt sind, sei das dafür benötigte Geld ein „Klacks“ im Vergleich zu einem Saalneubau in München, sagte von Waldenfels. Zugleich erinnerte er daran, dass Bayreuth kein „fränkischer Festspielort“ sei, sondern eine Kulturstätte von Weltgeltung. Ersten Schätzungen zufolge rechnen die Mäzene mit Sanierungskosten von 20 Millionen Euro an dem Gebäude, das einst zwischen 1872-75 nach den Entwürfen Richard Wagners gebaut worden war.

Die Gesellschaft der Freunde von Bayreuth hat eigenen Angaben zufolge den Festspielbetrieb im vergangenen Jahr mit drei Millionen Euro unterstützt. Damit sei man der größte Einzelzuschussgeber in Bayreuth, erklärte von Waldenfels. Auch in diesem Jahr werde man zwischen 2,5 und 3 Millionen Euro an Spenden zur Verfügung stellen können, ergänzte Vorstandsmitglied Wolfgang Wagner.

Das Kartenkontingent der Gesellschaft wird nicht angetastet. Dabei handele es sich aber auch künftig nicht um Freikarten, betonte von Waldenfels. „Jede Karte wird bezahlt.“ Die Vergabepraxis der Tickets für die Richard-Wagner-Festspiele war vom Bundesrechnungshof kritisiert worden. Die Behörde hatte beanstandet, dass nur 40 Prozent der Karten in den freien Verkauf gehen. Der Rest werde entweder als Freikarten oder als feste Kontingente an Sponsoren und Prominente aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft vergeben. Dies sei „mit den Förderzielen nicht vereinbar“, heißt es in dem Bericht der Rechnungsprüfer. Der Verwaltungsrat der Festspiele hatte daraufhin angekündigt, das Ticketsystem zu überprüfen.

dpa

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