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Jeder Blick sitzt, jede Bewegung ist abgestimmt: Das Tanz-Ensemble von „Fire of Anatolia“.

Das Feuer des Orients lodert

Die türkische Tanzshow „Fire of Anatolia“ des Choreografen Mustafa Erdogan gastiert im Deutschen Theater München

Archäologische Funde als Vorlage für eine Tanzshow. Das klingt so ungewöhnlich wie es ist. Das Ergebnis: „Fire of Anatolia“ ist eine fulminante Tanzshow und momentan zu Gast im Ausweichquartier des Deutschen Theaters in Fröttmaning. Vasen, Münzen oder Wandgemälde aus Anatolien inspirierten den türkischen Choreografen Mustafa Erdogan. Er projiziert ein Bild an die Bühnenwand und lässt seine 40 Tänzer und sechs Solisten ein Motiv unglaublich synchron interpretieren.

Eine jahrtausendealte Kultur, Legenden und Mythen werden so lebendig. Und das mit einer Körperspannung und -beherrschung, einer Dynamik und mit Freudenschreien, dass das Publikum gar nicht anders kann, als diese zu erwidern.

In „Fire of Anatolia“ geht es um das Prometheusfeuer, das den Menschen von den Göttern geschenkt wird. Die Armee der Finsternis bekämpft das Gute, legt Prometheus in Ketten. Letztlich kommt es aber zur Versöhnung. Das Ensemble feiert dies mit lautem Trommelwirbel. Erinnert Erdogans Show zuvor an die irischen Stepp-Tänzer von „Lord of the Dance“, denkt man in der Trommel-Szene an „Stomp“.

Einzigartig jedoch ist, wie alte Tänze in eine moderne Choreografie einfließen. Das Ensemble beherrscht alles mit großer Präzision und Energie: Bauchtanz, klassisches Ballett, Stepp- und Volkstanz. Jeder Blick sitzt, jede Bewegung ist perfekt abgestimmt.

Die zweistündige Reise in die Türkei ist kurzweilig und zu empfehlen.

Verena Bach

Bis 21. Dezember, Karten 089/55 23 44 44

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