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David Garrett.

Auftritt in Philharmonie

Filets mit Zucker: David Garrett in München

München - Mit einer reinen Klassik-Tournee, weg vom Crossover-Image, präsentiert sich David Garrett derzeit seinem Publikum in ganz Deutschland. Die Fans kommen scharenweise, so auch am Sonntag in die Münchner Philharmonie.

Seinem Stil bleibt der „Teufelsgeiger“ auch unplugged treu. Im legeren Outfit sitzt er auf einem Barhocker und erklärt im Plauderton das Programm.

Garrett hat Filetstücke der Geigenliteratur für Violine und Orchester arrangiert, darunter die „Corelli-Variationen“ von Fritz Kreisler, Giuseppe Tartinis „Teufelstriller- Sonate“ oder die Caprice Nr. 24 von Nicolò Paganini. Es zeugt von enormem Mut, ein solches Programm auf einer Riesentournee Abend für Abend aufzuführen. Das Verbier Festival Chamber Orchestra unter Christoph Koncz hilft dabei, einige intonatorische und technische Schwierigkeiten zu überspielen – ebenso wie die süßliche, plakative, filmmusikalische Orchesterbearbeitung.

Am stärksten gelingen die Momente, in denen die Musik ohne arrangierte Verzuckerung wirken darf. In den „Vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi zeigt David Garrett nicht nur in den virtuosen, schnellen, sondern gerade in den lyrischen Sätzen mit spannungsgeladenen Passagen und Klangschönheit, welch hervorragender Geiger er ist.

Das Verbier Festival Chamber Orchestra ist hierbei ein verlässlicher Partner, offenbart aber zum Beispiel im ersten Satz aus Mendelssohn Bartholdys „Italienischer Symphonie“ auch ohne Solisten seine Qualität. Am Ende erwartungsgemäß großer Jubel des Publikums, den Garrett mit nur einer Zugabe belohnt. Vielleicht traut er seinen Fans bei der nächsten Tour noch mehr „Klassik pur“ zu. Es würde sich lohnen.

Maximilian Maier

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