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Diana Iljine, Filmproduzentin mit Erfahrung beim Fernsehen.

Filmfest: Diana Iljine wird wohl neue Chefin

München - Seit Wochen ist es ein offenes Geheimnis – nun beziehen die Gesellschafter des Filmfests München am Mittwoch Stellung. Diana Iljine wird wohl die neue Chefin werden.

Andreas Ströhl, seit 2003 Chef des Filmfests, hört auf und wird Abteilungsleiter für Kultur und Kommunikation beim Goethe-Institut, bei dem er zuvor bereits als Filmreferent tätig war. Am heutigen Tag also wird im Münchner Rathaus der Nachfolger bekannt gegeben, und nach Lage der Dinge wird es wohl eine Frau werden: Diana Iljine.

Keine schlechte Wahl. Die Frau kommt aus der Branche, hat beim Fernsehen gearbeitet, war beim Filmrechte- Händler Telepool und hat Erfahrung als Filmproduzentin. Eine gute, richtige Entscheidung also für das zweitgrößte Filmfestival Deutschlands.

Weniger gut und richtig war der Entscheidungsfindungsprozess, der vorausging und bei dem sich die Gesellschafter (Stadt, Staat, Bayerischer Rundfunk, Filmwirtschaft), allen voran die Stadt München, als wenig professionell erwiesen haben, um das Geringste zu sagen. Immer wieder wird der Stellenwert Münchens als Kulturund vor allem Filmstadt betont, dafür getan wird wenig bis gar nichts. Aufsichtsratsvorsitzender Oberbürgermeister Christian Ude jedenfalls hatte weder ein Konzept noch echtes Interesse an dem nach der Berlinale wichtigsten Filmfestival Deutschlands.

Nach Monaten des verlegenen Herumeierns einigte man sich nach Geschachere hinter den Kulissen darauf, die Idee der neuen Degeto- Chefin Bettina Reitz aufzugreifen, die Iljine ins Rennen geschickt hatte. Durchaus mit guten Argumenten, aber eben in Hinterzimmergesprächen, die weder der Qualifikation der Kandidatin, noch dem Stellenwert des Festivals gut anstehen.

Das Filmfest München selbst steht nach einer erfolgreichen Phase vor großen Herausforderungen. Der bisherige Leiter Ströhl hat es inhaltlich neu definiert und das Profil geschärft, was sich in Zuschauerrekorden und gesteigerter Wahrnehmung niederschlug. Gleichwohl gibt es im Bereich der Organisation, Vermarktung und des Auftretens viel zu tun. So sehr die Konzentration auf den Inhalt richtig war, so sehr bedarf die mitunter erschreckend dilettantische Organisation einer Generalüberholung, bei der auch personelle Schnitte geboten sind.

von Zoran Gojic

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