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Melanie Griffith ist der Star des Filmfestes in München.

Filmfest München

Eine Stadt im Melanie-Fieber

München - Melanie Griffith ist der Star des Filmfestes in München. Bei der Verleihung des Ehrenpreises „CineMerit Award“ wurde die 54-Jährige am Dienstag mit Liebesbekundungen überhäuft. Nur einer blieb ganz gelassen.

Alle sind verrückt nach Melanie: Mit ihrem Auftritt auf dem Filmfest in München hat die Hollywood-Schauspielerin Melanie Griffith für Furore gesorgt. Die Fans überboten sich am Dienstag mit Ehrerbietungen, als die 54-Jährige am Abend mit dem Ehrenpreis „CineMerit Award“ ausgezeichnet wurde: „Du bist so wunderschön“ und „Du bist die Frau mit dem größten Sex-Appeal auf der Welt“ waren nur einige der Komplimente, die die Ehefrau von Starschauspieler Antonio Banderas freudig entgegennahm. Doch selbst gestandene Filmleute versetzte die Blonde im hautengen, schwarzen Lederkleid in Aufregung, allen voran Regisseur Dominik Graf, der sich in seiner Laudatio als „Fan der ersten Stunde“ bekannte.

Ganz cool gab sich Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU): „Ich hoffe, das ist jetzt nicht unverschämt, wenn ich sage: Nein, ich bin nicht aufgeregt“, sagte er bei seiner Begrüßungsrede. Dabei durfte er neben Griffith auf der Bühne stehen und dem „Juwel des Filmfestes“ den Preis in die Hand drücken. Doch der Minister – ganz Staatsmann – ließ sich von dem aufgeregten Starrummel um ihn herum nicht anstecken. Also doch lieber Finanzverhandlungen und EU-Rettungsschirm, Herr Söder? Wo fühlen sie sich wohler? „Wenn ich ganz ehrlich bin, bei der EU. Das eine ist Film, das andere ist Realität.“

Dominik Graf hielt sich weniger zurück und lobte Griffiths schauspielerische Leistungen in Streifen wie „Night Moves“, „Stormy Monday“ oder „Body Double“. „Auch wenn ich eine Stunde Zeit hätte, es würde nicht reichen, um Ihnen all das zu sagen, was wir Ihnen hier in Deutschland an Dank schulden für das, was Sie uns in Ihren Filmen gegeben haben“, bekannte er. Statt einer Stunde gab es für ihn nur knapp zehn Minuten Redezeit, doch die reichten, um seine Verehrung kundzutun. „Wir werden keine Sekunde ihrer bisherigen Filme vergessen und keinen Moment ihrer weiteren Arbeit verpassen.“

Da konnte auch die leinwanderfahrene Griffith – Tochter der Schauspielerin Tippi Hedren – nicht mehr an sich halten. „Ihre Rede hat mich sehr bewegt“, dankte sie ihrem Laudator – Tränen im Augenwinkel inklusive. „Es war sehr schön!“ Und dann war der Rummel auch schon wieder vorbei. In einer schwarzen Limousine rauschte Griffith mit Entourage zum exklusiven Galadiner und dann weiter zur Weltpremiere ihres neuen Films, des düsteren Psychothrillers „The Grief Tourist“ des britischen Regisseur Suri Krishnamma. Servus, Melanie und danke für alles – oder, um es mit Graf zu sagen: „Sie sind wirklich hier, uns stockt der Atem, München leuchtet, tiefste Verehrung!"

Von Cordula Dieckmann

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