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Filmfest München: Ellen Burstyn erhält den CineMerit Award.

Oscar-Preisträgerin wird geehrt

Filmfest München: Ellen Burstyn kommen beim Ehrenpreis die Tränen

München - Ellen Burstyn hat schon viele Preise erhalten. Doch selbst eine Oscar-Preisträgerin muss nicht unbedingt abgebrüht sein.

Unter Tränen hat Ellen Burstyn (83) am Montagabend den CineMerit Award des Münchner Filmfestes für ihr Lebenswerk entgegengenommen. „Ich habe viele Preise, aber ich habe noch nie eine Auszeichnung so verliehen bekommen wie dieses Mal“, dankte die amerikanische Schauspielerin. „Es war einfach wundervoll.“

Die Münchner Schauspielerin Wiebke Puls hatte Filmlieder aus Martin Scorseses Drama „Alice lebt hier nicht mehr“ gesungen, so wie Burstyn in dem Film, für den sie 1975 den Oscar erhalten hatte.

Anschließend würdigte die Film- und Theaterschauspielerin Sophie von Kessel die US-Amerikanerin in ihrer Laudatio: „Welche Rolle Sie auch spielen, es ist immer 100 Prozent natürlich und ungekünstelt.“

Burstyn hat mit vielen bekannten Regisseuren gedreht, so etwa mit William Friedkin, der sie 1973 für seinen Horrorfilm „Der Exorzist“ holte. Im Jahr darauf stand sie für Martin Scorsese vor der Kamera.

Der mittlerweile nicht minder berühmte Regisseur war damals am Anfang seiner Karriere und hatte gerade „Mean Street“ („Hexenkessel“) herausgebracht. Burstyn sagte, sie sei auf der Suche nach jemand Neuem und Aufregendem gewesen, der „Alice“ aus der Sicht einer Frau erzählen konnte. Daher ihre Frage an Scorsese: „Wissen Sie etwas von Frauen?“. Der junge Filmemacher überzeugte sie mit seiner Ehrlichkeit: „„Nein, aber ich würde es gerne lernen.“ Das war die beste Antwort, die er geben konnte. Also arbeiteten wir zusammen, und ich habe die richtige Wahl getroffen, offensichtlich.“

Auch mit 83 Jahren dreht Burstyn noch und unterstützt junge Schauspieler, die so wie sie am Actor's Studio des berühmten Lehrers Lee Strasberg lernen.

Ende Juli kommt der Episodenfilm „Wiener Dog“ von Todd Solondz ins Kino, in dem Burstyn eine verbitterte alte Dame spielt. Der Thriller „The Tale“, eine deutsch-amerikanische Koproduktion, wurde gerade abgedreht. Auch in der vierten Staffel von „House of Cards“ ist sie zu sehen, als Schwiegermutter des US-Präsidenten Frank Underwood (Kevin Spacey), der sich mit allen Mitteln an der Macht halten will.

dpa

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