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Werden auf dem Filmfest in München ausgezeichnet: Jean-Jacques Annaud und Rupert Everett.

179 Produktionen aus 54 Ländern

Filmfest München: Die Welt auf der Leinwand

München - Die Welt auf der Leinwand: Das 33. Münchner Filmfest zeigt 179 Produktionen aus 54 Ländern. Jean-Jacques Annaud und Rupert Everett werden ausgezeichnet.

Ein grenzenloses Vergnügen soll es werden, das Filmfest München. Angesichts des Programms, das das Team um Festivalleiterin Diana Iljine gestern im Funkhaus des BR vorgestellt hat, besteht kein Zweifel, dass das – wieder – gelingen wird. Bereits im Eröffnungsfilm geht es um Grenzerfahrungen. In David Oelhoffens „Den Menschen so fern“ spielt Viggo Mortensen („Der Herr der Ringe“) einen französischen Lehrer, der in die Wirren des algerischen Unabhängigkeitskriegs gerät. Die Produktion basiert auf der Kurzgeschichte „Der Gast“ von Albert Camus; Robert Fischer vom Filmfest empfiehlt: „Die Kurzgeschichte am besten erst nach dem Filmschauen lesen. Man wird überrascht sein.“ Und Überraschungen bietet das nunmehr 33. Münchner Filmfest, das vom 25. Juni bis 4. Juli stattfindet, jede Menge.

Neben den cineastischen Höhepunkten (siehe Kasten) sind das etwa die Besuche von Schauspielern und Regisseuren aus aller Welt. So zum Beispiel in der Reihe „Begegnung Filmfest“, bei der vom 29. Juni bis 3. Juli an fünf Vormittagen herausragende deutsche Filme und ihre Macher vorgestellt werden. Christoph Gröner, verantwortlich für die Reihe „Neues Deutsches Kino“, empfiehlt beispielsweise die Dokumentation „Mollath – und plötzlich bist du verrückt“, eine Arbeit der Münchner Film-Studentinnen Leonie Stade und Annika Blendl. „Sie waren die Einzigen, denen sich Mollath gegenüber privat geöffnet hat. Doch es ist viel mehr geworden als ein schlichtes Porträt“, schwärmt Gröner. Der Film begleite Mollath über die Jahre seines Prozesses, von der Gefangenschaft in der Psychiatrie bis zum Leben nach dem Freispruch. Am 30. Juni um 9.30 Uhr haben Zuschauer die Gelegenheit, nach der Filmsichtung mit den Macherinnen über die Arbeit zu sprechen.

Zehn Filmfesttage, 179 Produktionen, 54 Länder

Auch den Abend des 29. Juni sollten sich Cineasten dick im Kalender markieren. Dann wird der französische Regisseur Jean-Jacques Annaud in München mit dem Cinemerit Award – dem Ehrenpreis für herausragende Kinogrößen – geehrt. Das Meisterwerk „Der Name der Rose“ ist einer seiner bekanntesten Erfolge und wird am selben Tag bei einer öffentlichen Gala gezeigt.

Neben Annaud erhält ein bekanntes Leinwandgesicht den Cinemerit Award: Schauspieler Rupert Everett. Kinogänger kennen ihn etwa aus der Hollywood-Komödie „Die Hochzeit meines besten Freundes“, „Shakespeare in Love“ oder „Ein Sommernachtstraum“. Auf dem Filmfest präsentiert der Brite seinen neuen Film „A royal Night – Ein königliches Vergnügen“.

Besonders stolz ist Filmfest-Chefin Iljine auch auf diesen Gast: Alexander Payne, US-Regisseur und Drehbuchautor, wird nach München kommen; es ist bereits sein zweiter Besuch beim Festival in der bayerischen Landeshauptstadt. Im Jahr 1997 wurde er in München für seinen Film „Citizen Ruth“ mit dem Nachwuchspreis High Hopes ausgezeichnet. Fast 20 Jahre später ehrt ihn das Filmfest nun mit einer Retrospektive. „Wir freuen uns riesig, dass wir Alex für München gewonnen haben. Er ist einer der großen amerikanischen Autorenfilmer mit einer unverkennbaren, eigenwilligen Handschrift“, betont Iljine. „About Schmidt“, „Sideways“, „The Descendants“ und all die anderen Filme aus seinem vielfältigen Schaffen werden beim Festival zu sehen sein.

Insgesamt können sich Cineasten an den zehn Filmfesttagen auf 179 aktuelle Produktionen aus 54 Ländern freuen. Ob geopolitisch, persönlich oder formal-ästhetisch: Überall gibt es Grenzüberschreitungen – Beschränkungen werden durchbrochen, neues Terrain betreten, versprechen die Festivalplaner. Für ein grenzenloses Vergnügen.

Weitere Informationen

zum Programm sowie zum Kartenkauf gibt es im Internet unter filmfest-muenchen.de. Der Online-Vorverkauf startet am 15. Juni unter dieser Adresse.

Katja Kraft

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