Filmgöttin vom Gärtnerplatz

- Alle haben sie heuer Jubiläum, wären zweihundertfünfzig geworden oder sind seit hundert Jahren tot. Im Bejubelungsrausch übersieht man eine leicht, die dieses Jahr ihren achtzigsten Geburtstag feiern würde: Marilyn Monroe.

Selten hat die Traumfabrik Hollywood einen ähnlich langlebigen Mythos produziert wie die nachträglich erblondete Primadonna assoluta des Fünfzigerjahre-Kinos. Ein Wunder, dass trotz aller Legendenstrickerei bisher noch kein einziges Marilyn-Musical den Weg auf die Bühne gefunden hat - wo es mittlerweile sogar eine Oper über Angela Merkel gibt.

Löblicherweise macht sich das Staatstheater am Gärtnerplatz nun daran, diese Lücke in der Musikgeschichte zu schließen: Am 17. Juni, dem Geburtstag der Schauspielerin, wird "Marilyn - das Musical" seine Uraufführung hier erleben. Ein Projekt, das nicht nur inhaltlich neue Wege geht.

Videobericht über die Musical-Produktion

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Eigens für diese Produktion wurde die Marilyn Musical Produktions GmbH (MMP) gegründet, die mit dem Staatstheater zusammenarbeitet. Diese Kooperation, betont Gärtnerplatz-Intendant Klaus Schultz, stelle eine erhebliche Finanzierungserleichterung für das Haus dar, da Herstellungskosten für Bühnenbilder, Rechte und Ähnliches zumindest teilweise von der Produktionsgesellschaft übernommen werden.

Im Gegenzug kann diese auf die Annehmlichkeiten eines professionell ausgestatteten Staatstheaterbetriebes zurückgreifen: Orchester, Sängerensemble und Werkstätten. Laut Vertrag wird sich die Produktion nach den im Juni, Juli und September stattfindenden Vorstellungen vom Haus lösen und ab 2007 in den deutschsprachigen Ländern auf Tour gehen. Erste Stationen sind Köln und Hamburg.

Für die künstlerische Seite verantwortlich zeichnen die beiden Schweizer Komponisten David Klein und Olivier Truan, die das Musical gemeinsam mit dem Librettisten Georg Büttel entwickelt haben.

Unter der musikalischen Leitung von David Stahl, Chefdirigent am Gärtnerplatz, wird die derzeit in Graz engagierte und von Presse und Publikum gefeierte Anna Montanaro die Titelrolle verkörpern. Keine leichte Aufgabe, "ihrer" Marilyn eine eigene Identität zu verleihen. Denn wenn die Musical-Macher eines nicht wollen, dann das Abspulen hinlänglich bekannter alter Monroe-Auftritte, kein "look alike contest" auf der Bühne, wie Georg Büttel sagt.

Musikalisch steht der Jazz im Vordergrund - die Musik, die Marilyn am meisten geliebt hat. Und ihre eigenen Hits? "Die kommen natürlich auch", verspricht das Autoren-Team. Na dann.

Premiere 17. Juni, Vorverkauf ab heute, Tel. 089/ 2185-1960.

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