Flagge zeigen

- "Kunst erinnert uns daran, dass wir eine Seele haben." Der junge israelische Künstler Jonathan Hirschfeld verlangt viel - von sich, von seiner Malerei, von seinen Betrachtern. Er will mit seinen Werken gleichzeitig Bewunderung und Schuldgefühle auslösen. Im Zentrum für zeitgenössische israelische Kunst in München (zzik) konfrontiert er den Besucher mit Symbolen deutscher Vergangenheit. Er setzt sich damit auch mit seinen eigenen Vorfahren auseinander, sein Großvater war Deutscher: Ironisch porträtiert der Jerusalemer Künstler sich selbst als Wagners "Siegfried".

Hirschfelds Grundthema ist die Flagge, die Signalwirkung ihrer abstrakten Linien, Embleme und Farben. In der Ausstellung "Fahnen-Bilder" erscheinen Adler und Wölfe im Zentrum der in Öl gemalten Fahnen, Rotkäppchen und "Lohengrin". Sie alle sieht der Künstler als Abbildungen einer wilden deutschen Macht. In einer Serie von Zeichnungen experimentiert er mit der Flagge der NPD; eine andere mit Namen "Alles geben die Götter" spielt mit der Hexe zwischen wollüstigem Subjekt und gepeinigtem Objekt.

Er wolle ästhetische wie ethische Fragen aufwerfen, erklärt Hirschfeld seine zum großen Teil bedrohlich wirkenden Bilder, in denen das Schöne mit dem Bösen kopuliert, das Unzivilisierte mit dem Geometrischen. Vieles mag zunächst abschrecken, doch Hirschfeld gebraucht seine Mischung provokativ, experimentell: um zu verdeutlichen, wie viel des Schreckens erlernt ist, wie viel der Betrachter in bloße Farben und Formen auch hineininterpretiert.

Bis 17. Februar, Isabellastr. 33. Tel. 089/ 28 80 63 53.

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