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Endlich zurück im Tonstudio: Lindsey Buckingham und Christine McVie.

Neues Album zum 50. Band-Geburtstag

Fleetwood ohne Mac

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Lindsey Buckingham und Christine McVie legen ihr neues Album vor: Es trägt ihre Namen und ist das reine Vergnügen für alle Fans von Fleetwood Mac. 

München – Die größte Seifenoper der Popmusik feiert Jubiläum – und zwar standesgemäß! Vor 50 Jahren wurde Fleetwood Mac gegründet. Und auf dem langen, verschlungenen Weg von englischen Bluesern zu britisch-amerikanischen Softrockern hatte die Band eigentlich alle Mannschaftsaufstellungen durch. Zunächst stieg 1987 Gitarrist und Produzent Lindsey Buckingham aus. Später verschwand Sängerin und Pianistin Christine McVie wegen Flugangst 16 Jahre in ihrem Landhaus in Kent – und ward, außer beim Spazierengehen mit den Hunden, nicht mehr gesehen. Und auch Stevie Nicks, das Feenwesen aus Phoenix, einst mit Buckingham liiert, ging ab 1992 fünf Jahre von der Fahne.

Doch sie kamen alle zurück. Die jüngste Wendung der doch recht komplexen Bandhistorie ist ein exzellentes neues Album, das wie Fleetwood Mac klingt, das aber (offiziell) nicht von Fleetwood Mac stammt.

„In my World“ ist ein Ohrwurm in bester Mac-Tradition

Für die Platte mit dem Titel „Lindsey Buckingham/Christine McVie“, die jetzt erscheint, fanden die beiden wichtigsten Songschreiber der Band erstmals als Duo zusammen. Und praktischerweise spielt Mac-Drummer Mick Fleetwood darauf Schlagzeug, und John McVie, der Ex von Christine, zupft wie gewohnt den Bass.

„Wir haben gleich an Mick und John gedacht, die beiden sind einfach die Besten, wenn es um Rhythmus geht“, erklärt Buckingham. Das Ergebnis ist quasi ein Fleetwood-Mac-Album, das – in Abwesenheit von Stevie Nicks – nur nicht so heißt. Eigentlich sollte tatsächlich die erste gemeinsame Platte seit „Say You will“ von 2003 daraus werden. Aber, wie’s nun mal so ist in schwierigen Familien: Stevie schreibt aus Verärgerung übers brotlose Internet-Streaming kaum mehr neue Songs, und der Rest der Band verlor die Geduld. Nun also Lindsey Buckingham (67) und Christine McVie (73) als Duo, und die zehn Songs sind das reine Vergnügen für Fleetwood-Mac-Fans.

Kein Entkommen für Stevie Nicks 

Der Auftakt „Sleeping around the Corner“ zeigt, wo es lang geht: Buckinghams vertracktes Gitarrenspiel, McVie zurück an ihrer Orgel, wunderbare Harmoniegesänge. „In my World“ ist ein Ohrwurm in bester Mac-Tradition, der auch das 82er „Mirage“-Album geschmückt hätte. Und das abschließende „Carnival begin“ bringt Christines Altstimme zum Schimmern wie vor 40 Jahren auf „Rumours“. „Das ist mit die beste Musik, die wir je gemacht haben“, schwärmt McVie von der neuen Platte. Das erzählen Musiker zwar immer – aber wer im Video sieht, wie beseelt und strahlend Mick Fleetwood bei den Aufnahmen Schlagzeug spielt, der glaubt es ihr gerne.

Die Kette, die die Band 1977 in „The Chain“ besang – „sie verbindet uns, und sie zieht uns immer wieder zurück“, weiß Christine McVie. Ein Entkommen gibt es auch für Stevie Nicks nicht. Bei den anstehenden US-Konzerten von Fleetwood Mac ist sie wieder mit dabei.

Informationen zum Album:

Lindsey Buckingham Christine McVie: „Lindsey Buckingham/ Christine McVie“ (Warner).

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