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Den Pavillon 21 Mini Opera Space entwarf das Büro Coop Himmelb(l)au für den Marstallplatz als zerlegbares Gebäude; links der Marstall, rechts das Probengebäude der Bayerischen Staatsoper.

Fliegender Bau: Pavillon 21 am Marstallplatz

München - Pavillon 21: Die Oper stellte ihr temporäres Theater im Modell am Marstallplatz vor.

Ein Baukörper, der ohnehin keine gerade Wand besitzt, explodiert obendrein an seiner Nordwest-Seite in ein Büschel von Zacken. So präsentiert sich der Pavillon 21 Mini Opera Space im Modell und in der Fotomontage. Staatsopernintendant Nikolaus Bachler besetzt mit diesem „fliegenden Bau“ vorsorglich den Münchner Marstallplatz und signalisiert damit weithin, dass er sich von diesem Ort nicht durch die Konzertsaal-Träumer abdrängen lassen will. So hat er mit aller Macht – begeistert unterstützt von Kunst-Minister Wolfgang Heubisch – Wolf D. Prix, Chef des Wiener Architekturbüros Coop Himmelb(l)au, dazu bewegt, ein kleines, billiges, zerlegbares Theater (2,1 Millionen Euro; Sponsor ist Mini) zu entwerfen.

Der schmunzelte bei der Präsentation über den Winzling, der zu den Opernfestspielen ab Sommer 2010 die Fläche aufmöbeln soll: „Unser kleinstes Projekt, aber das spannendste.“ 300 Menschen kann es Platz bieten – Bühne, Bestuhlung oder Bankett-Gestaltung völlig variabel. Was Prix und sein Team jedoch fuchste, waren die akustischen Bedingungen: Schöner Klang und Leichtbauweise schließen sich aus; außerdem würde jeder Lärm von außen stören. Die schrägen Wände und wilden Prismen sind also nicht der Architekten-Eitelkeit entsprungen, sondern praktischen Überlegungen. Durch Oberflächenvergrößerung und Schallabsorption soll die Akustik optimiert werden. Die teils gelochten Aluminium-Fertigteile, die auf eine Stahlkonstruktion montiert werden, sind nach einem Computerprogramm zerlegbar.

Bachler seinerseits freut sich auf den „Ort des Experiments, des Labors und des Risikos“ – Eröffnung mit einem dafür entwickelten Schlingensief-Werk. Heubisch wiederum hofft auf weitere Marstall-Diskussionen; im Übrigen seien jetzt die Stellungnahmen seines Hauses, des Denkmalschutzes sowie ein akustisches Gutachten zu der Frage in Arbeit, ob ein Marstall-Konzertsaal überhaupt realisiert werden kann.

Simone Dattenberger

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