„Die Viehbank lebt“ – so hat Karikaturist Peter Gaymann die Pläne des Forums Humor zusammengefasst.

Start im Sommer? Museumsplaner stellen Konzept vor

Das Forum Humor nimmt Fahrt auf

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Die Initiatoren des Forum Humor stellten dem Münchner Stadtrat ihre Pläne vor.

Mehr als ein halbes Jahr ist es her, dass sich der Münchner Stadtrat hinter den Plan gestellt hat, aus der alten Viehbank ein Haus des Humors zu machen. Eine Bleibe also für das, was mit das Wichtigste im Leben ist: Lachen! Doch getan hat sich seither wenig. „Das Kulturreferat und das Kommunalreferat haben zwar einen Prüfauftrag des Stadtrats umzusetzen, aber das zieht sich wahnsinnig lange hin“, beklagt Reinhard Wittmann, Vorsitzender des Fördervereins Forum Humor und komische Kunst. Am Montag durften Wittmann und sein Team dem Stadtrat den Fortgang ihrer Planung vorstellen. Auffallend: Kulturreferent Anton Biebl fehlte an diesem Nachmittag im Kleinen Sitzungssaal des Rathauses.

Die Vorstandsmitglieder (v.li.) Gerhard Polt, Marianne Wille und Reinhard Wittmann (re.) stellten OB Dieter Reiter (Mi.) ihre Museumsplanung im Rathaus vor. Fotos: Lange

Dafür volle Stärke auf Seite der Initiatoren. Stillstand kennen sie seit Vereinsgründung vor zehn Jahren nicht. „Sie haben Ihre Hausaufgaben gemacht“, lobt Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) nach der eineinhalbstündigen Präsentation. „Dass ein paar Stadträte gegangen sind, liegt nicht daran, dass sie Ihr Projekt nicht interessiert, sondern weil in sieben Minuten eine Veranstaltung nebenan stattfindet. Bei der kann es sich nicht jeder leisten, zu spät zu kommen.“ Ein Witz als Eisbrecher – bester Beweis vom Politiker, wie wichtig Humor in allen Bereichen ist. Humor macht Hoffnung. Und weil Wittmann, Gerhard Polt, Marianne Wille, Peter Gaymann und die anderen Vereinsmitglieder, die ins Rathaus gekommen sind, besonders viel Humor haben, lassen sie sich auch die Hoffnung nicht nehmen, dass es bald festgezurrt wird, ihr Herzensprojekt.

Über 1,5 Millionen Euro Spenden haben die Initiatoren gesammelt

Wie genau das ausschaut? Da haben sie genaue Vorstellungen. „Dass ein Projekt bereits vor der Beschlussfassung so genau skizziert ist, ist bemerkenswert“, betont Reiter gegenüber unserer Zeitung. Nun hängt es – wie so oft – am Geld. Die umtriebigen Planer haben bereits Zusagen über Spenden von über 1,5 Millionen Euro aus ihrem Unterstützerkreis. Aber auch die werden irgendwann ungeduldig. „Immer hören wir: Wann geht es endlich los?“, erzählt Wille. Und unterrichtet die Stadträte darüber, dass der Freistaat durchaus bereit gewesen sei, auch Geld in die Hand zu nehmen. „Nicht als Mischfinanzierung von Stadt und Land, das geht nicht, hat man uns gesagt“, betont Wille. Da hakt Reiter, alles andere als humorlos, nach: „Also will das Land es allein stemmen?“ Schmunzeln bei allen Beteiligten. Denn das will der Freistaat nicht. Doch über den Denkmalschutz ließe sich Geld akquirieren, so habe man es ihnen versprochen, erklärt Wille. Schließlich handele es sich um ein historisch bedeutendes Gebäude, das ohnehin restaurierungsbedürftig sei. Die Renovierung sei auch etwas, was das Forum leisten würde. Und dann die angedachten Künstlerateliers, die kleine Bühne im unteren Bereich des Hauses – ein Treffpunkt soll es sein, der da in Nachbarschaft von Volkstheater, Wirtshaus im Schlachthof und Alter Utting verankert werden soll. Geschickt spielt Wittmann auf die Oberbürgermeisterkandidaten-Debatte an, bei der sich alle Kandidaten dafür aussprachen, der freien Künstlerszene in München mehr Raum zur Verfügung stellen zu wollen. „Wir würden diesen Raum mit unseren Ateliers schaffen.“ Eine Geldfrage also. „Das freundliche Nicken von Kunstminister Sibler Ihnen gegenüber ist schön, aber das reicht mir nicht. Der Herr Söder soll schon auch nett nicken“, sagt Reiter. Und gibt sich „vorsichtig optimistisch“, dass es bis Sommer etwas wird mit der endgültigen Entscheidung. Damit alle gut lachen haben.

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