Kritiker zeigt sich entsetzt

Wahnsinn! TV-Sender pixelt Brüste bei Picasso-Bild

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New York - Unglaublich, aber wahr: Ein US-Sender zeigte sich derart prüde, dass er ein Kunstwerk nicht in seiner vollen Pracht zeigen wollte. Sondern die Brüste verpixelt hat.

Dass die Amerikaner ein bisserl prüde sind, ist keine neue Erkenntnis. Aber da haben sie's tatsächlich übertrieben! Beim Picasso-Bild "Les femmes d'Alger", das jüngst für umgerechnet 180 Millionen Euro versteigert worden war, hat der TV-Sender Fox5NY die Brüste gepixelt!

Dass keine nackten Erotik-Darstellerinnen im Nachrichten-TV zu sehen sind, ist ja legitim. Aber bei einem Kunst-Meisterwerk einzugreifen, sorgt bei vielen für Unverständnis.

Der Kunstkritiker Jerry Saltz hatte den Sturm ins Rollen gebracht. Er twitterte: "Wie sexuell krank sind denn die Konservativen und Fox News? Sie machten Teile des Picasso-Bildes unkenntlich."

"Les femmes d'Alger" stellte Rekord auf

"Les femmes d'Alger" ist diese Woche zum teuersten je bei einer Auktion verkauften Bild geworden. Das 1955 entstandene Ölgemälde erzielte zum Auftakt der Frühjahrsauktionen in der Nacht zum Dienstag inklusive Kaufprämie rund 179,4 Millionen Dollar (etwa 160 Millionen Euro), nachdem der Hammer zuvor bei rund 160 Millionen Dollar gefallen war.

Wer das Schlüsselwerk der Kunstgeschichte kaufte, wurde zunächst nicht bekannt. Christie's hatte es zuvor auf „in der Gegend von 140 Millionen“ geschätzt. Das bislang teuerste Gemälde - das Triptychon „Three Studies of Lucian Freud“ von Francis Bacon - hatte vor rund anderthalb Jahren ebenfalls bei Christie's in New York 142,4 Millionen Dollar erbracht.

Das Bild von Picasso (1881-1973) löste bei der Auktion einen rund zwölfminütigen Bieter-Wettstreit aus. Mehr als 30 Gebote wurden abgegeben, bis Pylkkanen schließlich einem Telefonbieter den Zuschlag gab. „Les femmes d'Alger“ (Die Frauen von Algier) ist etwa ein mal anderthalb Meter groß, knallbunt, in einer Mischung aus abstrakt und realistisch gemalt und zeigt mindestens vier barbusige Frauen. Das Bild wurde zugleich auch noch zum teuersten je versteigerten Picasso. Es brach den 2010 erzielten Rekord von 106,5 Millionen Dollar für einen „Akt mit grünen Blättern und Büste“.

„Les femmes d'Alger“ war ursprünglich im Besitz des inzwischen gestorbenen US-Sammlerehepaars Victor und Sally Ganz, die es 1956 direkt von Picassos Galerist Daniel Kahnweiler kauften. Von dem Werk gibt es 15 Versionen. Das Ehepaar Ganz kaufte alle für damals insgesamt 212.500 Dollar, verkaufte sie jedoch später nach und nach wieder. Bei dem Werk, das nun versteigert wurde, handelt es sich um die Version „O“. Sie war zuletzt 1997 bei einer Auktion aufgetaucht und damals für rund 32 Millionen Dollar verkauft worden. Zuletzt gehörte die Hommage an Picassos kurz zuvor gestorbenen Freund und Künstlerrivalen Henri Matisse nach Angaben von Christie's einem „sehr privaten Sammler aus New York“.

lin/dpa

Rubriklistenbild: © Fox

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