Frankfurter Buchmesse: Der größte Branchen-Treff der Welt

Frankfurt - Bis zum 14. Oktober versammeln sich 7 300 Aussteller aus 110 Ländern zum größten Branchen-Treff aller Zeiten. Neue Rekordzahlen werden von der Messeleitung schon vorab gemeldet. Zugenommen hat gegenüber den Vorjahren wieder das Interesse der Amerikaner, mit 637 Ausstellern sind sie dabei.

Übertrumpft werden die USA von Großbritannien mit 797 und natürlich von Deutschland mit 3 273 Verlagen. Wachsendes Interesse an Frankfurt ist auch aus Fernost zu verzeichnen, insbesondere aus China, das mit 160 Ausstellern an den Main gekommen ist.

Auch heuer wird wieder nicht nur das gedruckte Buch die Messe dominieren. Etwa 30 Prozent der 380 000 hier präsentierten Exponate sind digitale Produkte. Dennoch, was die öffentliche Aufmerksamkeit betrifft, siegt die Tradition: Auch 2007 wird in Frankfurt weiterhin das geschriebene Wort im Mittelpunkt des Interesses stehen.

Denn im Blickpunkt des Publikums - man rechnet mit rund 300 000 Besuchern - befinden sich die Menschen hinter den Büchern, die Autoren. Und so gibt sich auch in diesem Jahr wieder die schreibende Prominenz nur zu gern die Klinke in die Hand, um ihr Werk - ob Sachbuch, Prosa, Schauspielerergüsse oder Politiker-Erinnerungen - durch den eigenen Auftritt zu protegieren.

Das lassen sich nicht einmal so alte Echsen des Literaturbetriebs wie Günter Grass und Martin Walser entgehen. Aber natürlich nutzen das verkaufsfördernde Bad in der Menge auch Leute wie Joschka Fischer und Klaus Wowereit, indem sie in Frankfurt aus ihren Memoiren lesen.

Die Dynamik der Buchmesse wird sich in diesem Jahr wohl auf den deutschen Buchmarkt auswirken. Die Zeichen sind positiv; nach langer Stagnation meldete der Handel fürs erste Halbjahr über vier Prozent plus, was sich mit dem Weihnachtsgeschäft noch steigern dürfte - nicht zuletzt wegen des am 27. Oktober auf Deutsch erscheinenden letzten Harry-Potter-Bandes. Zudem ist die aktuelle Literatur aus Deutschland mit Autoren wie Daniel Kehlmann oder Anna Maria Schenkel ebenfalls bestens aufgestellt.

Selbstverständlich werden auch Schriftstellergrößen anderer Länder erwartet. Umberto Eco hat sein Kommen angekündigt, ebenso Richard Ford wie auch der britische Religionskritiker Richard Dawkins. Und die Autoren des diesjährigen Schwerpunktlandes Katalonien.

Die Tatsache, dass diese Region Spaniens sich auf der Buchmesse als Nation präsentiert, hat einige Kritik hervorgerufen. So verurteilte Johano Strasser, der Präsident der deutschen Sektion der Schriftstellervereinigung PEN, die "Überbetonung des Separierens": "So wichtig es ist, die einzelnen Kulturen in einen Dialog zu bringen, so groß ist auch die Gefahr eines Provinzialismus."

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