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Pietro und Sarah, hier bei einem Auftritt in Köln Anfang Dezember

Freiheitsberaubung: Pietro und Sarah in der Tonhalle 

München - Das konnte durchaus den Tatbestand der Freiheitsberaubung erfüllen. Pietro Lombardi und Sarah Engels haben in der halb leeren Tonhalle das letzte bisschen Ruhm genossen: die Konzertkritik.

Seit RTL den Ausbildungsberuf „Superstar“ erfunden hat, läuft’s nicht allzu prächtig bei Bohlens Pop-Azubis. Pietro Lombardi, Hauptschulabbrecher aus Karlsruhe, macht keine Ausnahme. Im Mai gewann er das Wettsingen, und nun durfte der 19-Jährige in der halb leeren Tonhalle gemeinsam mit DSDS-Herzdame Sarah Engels die letzten Ausläufer des Ruhms genießen, bei einer Mini-Playback-Show ohne Playback.

Engels kann durchaus singen, ist mit ­ihrem totgenudelten DSDS-Resterampen-Pop von Anastacia bis Pointer Sisters (I’m So Excited) von einer Künstlerpersönlichkeit aber so weit entfernt wie Bohlen von Beethoven. Und im Anschluss kündigt/droht Lombardi an, die Kiddies zwischen fünf und zwölf in die „DSDS-Welt zu entführen“ – was mit windschiefen Covers von Police bis zum Löwenkönig durchaus den Tatbestand der Freiheitsberaubung erfüllen könnte.

Wichtigstes Fazit zum lieblos-zynischen Krabbelgruppenpop: Nicht wenige der Kinder im Publikum träumen garantiert davon, ebenfalls den Berufsweg „Superstar“ einzuschlagen. Man kann ihnen nur alle Daumen drücken, dass es niemals so schlimm kommt.

Jörg Heinrich

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