Freistaat gibt Grundstück und zehn Millionen

- Da war jetzt Diplomatie gefragt, um die Irritationen aus dem Weg zu räumen, die im Zusammenhang mit dem NS-Dokumentationszentrum München entstanden waren. Wie unsere Zeitung berichtete, war es zu Unstimmigkeiten zwischen Stadt und Freistaat gekommen, was die Finanzierung betrifft.

Ein Drittel der Gesamtsumme von 30 Millionen Euro hatte sich der Staat verpflichtet zu zahlen. Aber er berief sich darauf, dass die Summe durch das Zur-Verfügung- Stellen des Grundstücks bereits abgegolten sei. Eine Entscheidung, die die Stadt arg in Bedrängnis und das ganze Projekt möglicherweise zum Kippen gebracht hätte.

Die CSU-Stadträte Marian Offmann und Richard Quaas haben gute Überzeugungsarbeit geleistet. Finanzminister Kurt Faltlhauser hat die Voraussetzungen geschaffen, dass das Kabinett gestern seinem Vorschlag zustimmen konnte, zusätzlich zum Grundstück -die historische Fundamentfläche des ehemaligen "Braunen Hauses" -zehn Millionen Euro fürs NS-Dokuzentrum zu bewilligen. Faltlhauser: "Ich meine, dass sich der Freistaat Bay-ern auf keinen Fall dem Vorwurf aussetzen sollte, die Errichtung des NS-Dokumentationszentrums nicht nach Kräften zu unterstützen."

Im Gegenzug wird erwartet, dass das Bauvorhaben in einem "maßvollen Kostenrahmen", also so sparsam wie möglich durchgeführt werde. Das heißt, in der Planung des Raumpotenzials Reduzierungen vorzunehmen, die aber nicht die Ausstellungsfläche betreffen sollen. Gemeint seien vielmehr Nebenräume wie Schulungs- und Konferenzflächen. Zum Beispiel seien bis jetzt zwei Untergeschosse vorgesehen. Es müsse über-legt werden, ob nicht eines genüge. In diesen Punkten rechne man mit einem Entgegenkommen der Stadt.

Die freilich als alleinige Trägerin und Betreiberin des NS-Dokumentationszentrums auch daran interessiert sein dürfte, die Folge- und späteren Fixkosten so niedrig wie möglich zu halten. 30 Millionen Euro kostet der Bau insgesamt. Bei einer Drittelfinanzierung steht jetzt noch die endgültige Zusage des Bundes aus. Sobald der seinen Anteil von zehn Millionen Euro garantiert, steht dem Baubeginn nichts mehr im Weg.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Der Mut-Lacher
Mit „Monsieur Claude und seine Töchter“ gelang Philippe de Chauveron ein Riesenerfolg. Nun setzt de Chauveron einen drauf: In „Hereinspaziert!“ übernimmt Christian …
Der Mut-Lacher
Nachtkritik: Sting macht in der Olympiahalle sein Ding
Sting hat in seinem Musikerleben Songs geschrieben, die heute noch so gut funktionieren wie 1983 oder 1995. Davon macht er in der Olympiahalle Gebrauch - und seine Fans …
Nachtkritik: Sting macht in der Olympiahalle sein Ding
Im Lenbachhaus geht der Punk ab
Das Münchner Lenbachhaus zeigt in der Ausstellung „Normalzustand“ deutsche Undergroundfilme, die zwischen 1979 und den frühen Neunzigerjahren entstanden sind. 
Im Lenbachhaus geht der Punk ab
Zurück in die Zukunft
Berlin. Harrison Ford und Ryan Gosling stellen in Berlin Szenen ihres neuen Kinofilms „Blade Runner 2049“ vor.
Zurück in die Zukunft

Kommentare