Freudiges Lächeln

- Werke von Igor Strawinsky, Jan Sandström und Robert Schumann wählte das Symphonieorchester des BR für die jüngsten Konzertabende im Herkulessaal und lud dazu als Gastdirigenten den Dänen Thomas Dausgaard ein. Er entlockte mit Strawinskys Ballettmusik "Jeu de cartes" (Ein Kartenspiel) den häufig sehr streng wirkenden Symphonikern ein freudiges Lächeln und eine sichtbar dynamische Spielfreude.

 Das Stück thematisiert drei Runden eines Pokerspiels, in denen der listenreiche Joker den Spielverlauf zu diktieren sucht. Am Ende siegt das Herz. Dausgaard nahm die in sich rhythmisch entgegengesetzten Runden, die in der dritten Beethoven, Rossini bis Tschaikowsky zitieren, leicht bis vehement mit hohem Tempo und erinnerte mit seinem eigenen tänzerisch anmutenden Dirigat daran, dass es sich hierbei um Ballettmusik handelt.<BR><BR>Zweifellos das attraktivste Stück des Abends war Sandströms Konzert für Trompete und Orchester Nr. 2, vor allem dank des Solisten Hakan Hardenberger. Er hatte es bei seinem schwedischen Landsmann in Auftrag gegeben und 1996 auch uraufgeführt. Hadenberger spielt dieses technisch anspruchsvolle, jazznahe Konzert mit ungeheurer Geschmeidigkeit und Intensität. Beeindruckend das Stakkato, das der Solotrompete über weite Strecken abverlangt wird, und die virtuosen Höhenpassagen im dritten Satz.<BR><BR>Auf das grandiose Spiel von Hakan Hardenberger folgte ernüchternd Schumanns 2. Symphonie C-Dur, op. 61, die der Romantiker kurz nach einem physisch- und psychischen Zusammenbruch geschrieben hatte. Dausgaard nahm den ersten Satz schlank und ohne Tiefe. Er ließ Esprit vermissen, blieb vordergründig und jagte das Orchester im Finale wie ein Dompteur durch die Noten. <BR>

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