Frisch getanzt ist halb gewonnen

- Glückliche Nachrichten vom Bayerischen Staatsballett: William Forsythe, bei dem die Ensembles der Welt Schlange stehen für ein Ballett, vertraut Ivan Liskas Truppe eines seiner vollkommensten an: "Limb's Theorem" (1990), das die Saison 2004/05 eröffnen wird (7. 12. '04). Die Tänzer, schon Forsythe-firm, können sich durch diesen Abendfüller noch intensiver mit dem revolutionären Post-Neoklassiker auseinander setzen.

<P>Aktuelle Tendenzen<BR>Neben dem klassischen Repertoire - mit Wiederaufnahmen von "Bayadè`re" und "Romeo und Julia" - pflegt Liska auch '04/05 wieder die aktuellen Tanz-Tendenzen. So startet die Ballettwoche 2005 mit einem "Porträt Saburo Teshigawara". Der international gefeierte Japaner wird sein Münchner "Sacre" mit einer Uraufführung ergänzen. Bei seinem ständig experimentierenden Formwillen, diesmal zu Mozart, kann man gespannt sein. Auch im wiederaufgenommenen "Porträt Hans van Manen" (7. 2. '05) ein Überraschungsbonbon: seine Bach-Choreographie, mit irreführendem Titel "Solo" - das bei irrwitzig-wunderbarem Schritt-Tempo und -Witz nur drei Supertänzer schaffen. <BR><BR>Ein Muss-Termin, den man schon mal vorziehen kann, in der "Terpsichore Gala IV" am 14. März in der anstehenden Ballettwoche im Nationaltheater. Diesmal keine Gala-Virtuoso-Show. Grund: Der große Balanchine wäre heuer 100 geworden. Mit seiner "Serenade" (es tanzen Vernons "Bosl"-Studenten), "Apollo", "Agon", "Brahms-Schönberg Quartett" und "Tarantella" blättert sich des Meisters unvergleichliche, stilistisch vielfältige Neoklassik auf. Wer nach berühmten Gästen lechzt, hier sieht er sie: vom New York City und Birmingham Royal Ballet, vom St. Petersburger Kirow und Kusha Alexi, nun Gast vom Monte Carlo Ballett.<BR><BR>Sonst auch noch allerhand los: Ballettwochen-Auftakt (10. 3.) mit "Porträt Mats Ek", in dem der hiesige Erfolg "A Sort of . . ." abgerundet wird mit dem 2000 für die Pariser Oper kreierten "Apartment", eine Psychostudie zwischen Sofa, Herd und Bidet. Es folgen (bis zum 19. 3.) "Porträt Jirí´ Kyliá´n", "Dornröschen" und "Kameliendame". In diesen Handlungsklassikern spannende Debüts. Zum Finale dann Les Grand Ballets Canadiens aus Montreal mit einer Art "Porträt Ohad Naharin". Der Leiter der israelischen Batsheva Dance Company Ohad Naharin - hierorts bestens bekannt - hat selbst mehrere seiner Stücke kompiliert: "Minus One", wie der Titel verrät. "Plus elf" heißt es bei Liskas Neuengagements und vielleicht folglich: frisch getanzt ist halb gewonnen. </P><P>Tel.: 089/ 21 85 19 20. www.bayerisches.staatsballett.de.<BR><BR></P>

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