Frischer Wind zum Aufbruch

- Im Zeitalter allgemeiner Buntheit lernt man die Qualität der alten Schwarz-Weiß-Fotografie neu schätzen. Ihre große dokumentarische, aber auch technische Qualität macht ein soeben erschienenes Buch einmal mehr deutlich: "Von der Pose zum Ausdruck - Theaterphotographie 1900-1930", herausgegeben von Barbara Lesák.

<P>Dieser mit informativen Essays ausgestattete Band ist unter zweierlei Aspekten von Interesse: einmal unter theaterhistorischem, denn er gibt so originelle wie überraschende Einblicke in die Welt des Theaters der ersten 30 Jahre des vergangenen Jahrhunderts. </P><P>Zum anderen unter fotografischen Gesichtspunkten. Wer sich diese Aufnahmen anschaut, spürt durchaus etwas von dem frischen Wind, der vor 100 Jahren den Staub von den Bühnen fegte und den Aufbruch in die Moderne signalisierte. </P><P>Ob im klassischen Theater, in den Operetten oder Revuen. In jedem Fall aufschlussreich. Gezeigt werden frühe Aufnahmen aus dem Moskauer Künstlertheater, Bilder der legendären Leopold-Jessner-Inszenierungen aus Berlin; hauptsächlich aber sind die Wiener Theater vertreten mit ihren Schauspielern Rosa Albach-Retty oder Raoul Aslan. </P><P>Man trifft auch auf Jugendbildnisse von Marlene Dietrich oder Gustaf Gründgens. In jeder Hinsicht ist festzustellen, dass der Pomp der Ausstattung nicht erst eine Erfindung heutiger Bühnen- und Kostümbildner ist. Damals wurde offenbar an nichts gespart.</P><P>Barbara Lesák (Hg.): "Von der Pose zum Ausdruck - Theaterphotographie von 1900-1930". <BR>Christian Brandstätter Verlag, Wien. <BR>223 Seiten, 160 Abbildungen<BR>49, 90 Euro.</P>

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