Den Friseur zum Führer befördert

- "Kein Ereignis in der Geschichte des Films ist mit mehr hoffnungsfroher Spannung erwartet worden als die Premiere dieses Films", schrieb damals "New York Times". 1940 kam in den USA Charlie Chaplins "Der große Diktator", eine Parodie auf Adolf Hitler, in die Kinos. Am kommenden Donnerstag startet bundesweit eine restaurierte Fassung.

<P class=MsoNormal>Die "Cineteca di Bologna" in Italien restauriert seit Jahren im Auftrag der Chaplin Association die Filme Chaplins (1889-1977). Die Experten arbeiten sich von Bild zu Bild vor und stellen die ursprünglichen Kontraste und Lichtverhältnisse wieder her. Beim "Großen Diktator" ist überdies der Ton komplett digital bearbeitet worden. Das Ergebnis ist beeindruckend: Bild und Ton sind von brillanter Qualität.</P><P class=MsoNormal>Chaplin führt bei dieser Produktion nicht nur selbst Regie, sondern spielt eine Doppelrolle: zum einen einen jüdischen Friseur, zum anderen einen Diktator. Der Friseur verliert bei einem Flugzeugabsturz sein Gedächtnis und beginnt im Getto einer großen Stadt sein neues Leben. Die liegt im Machtbereich des Diktators Hynkel. Der Friseur wird als Widerstandskämpfer enttarnt und in ein Konzentrationslager gebracht. Bei einer Entenjagd fällt Hynkel in einen See, der neben dem KZ liegt, aus dem der Friseur gerade ausgebrochen war. Es kommt zur Verwechslung: Hynkel wird als Ausbrecher aus dem Wasser gezogen, während der Friseur vor dem Volk eine pazifistische Rede hält.</P><P class=MsoNormal>Chaplin wagte mit dem Film eine Gratwanderung, er musste Balance halten zwischen seinem Wunsch, die Welt möge über Hitler lachen und dem Respekt gegenüber den Opfern des Nazi-Terrors. Sergej Eisenstein kommentierte: "Eine großartige, vernichtende Satire, dem Sieg des menschlichen Geistes über die Unmenschlichkeit zum Ruhm."</P>

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