Fünf Deutschlands

- "Kulturpessimismus als politische Gefahr" - dieses zum Standardwerk avancierte Buch von Fritz Stern wurde erstmals 1961 veröffentlicht. Darin beschreibt der renommierte deutsch-amerikanische Historiker am Beispiel früher ideologischer Vorbereiter des "Dritten Reichs" den Kulturpessimismus auch als europäisches Problem und weist darüber hinaus auf seine aktuelle Gefahr für die heutige Moderne hin. Angesichts des modernen Totalitarismus' hat Sterns Analyse nichts von ihrer Brisanz verloren. Und so hat der Verlag Klett-Cotta eine Neuausgabe herausgebracht (Stuttgart, 467 Seiten, 24, 50 Euro); nicht zuletzt auch aus Anlass des heutigen 80. Geburtstages von Fritz Stern.

Am 2. Februar 1926 wurde Stern als Sohn jüdischer Eltern in Breslau geboren. Er war zwölf, als er seine Heimat verlassen und in die USA emigrieren musste. Dass der Geschichtsprofessor von Weltrang dennoch Deutschland verbunden blieb, beweist seine permanente wissenschaftliche wie essayistische Auseinandersetzung mit diesem Land. Die Wechselwirkung zwischen psychischen und politischen Faktoren habe ihn immer interessiert; exemplarisch hat Stern sie dargestellt in der Biografie des jüdischen Bankiers Gerson Bleichröder und dessen Beziehung zu Reichskanzler Bismarck. Jetzt hat Stern seine Autobiografie abgeschlossen. Auch sie ist seiner früheren Heimat gewidmet. Titel: "Five Germanies I have known".

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