Bill Cosby im Missbrauchsprozess schuldig gesprochen

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Fünf Jahre Pinakothek der Moderne: Erfolg mit der dritten Schwester

München - Mit großem Pomp wurde vor fünf Jahren die Münchner Pinakothek der Moderne eingeweiht. Wie sieht die Bilanz aus?

Das Haus, entworfen von Stephan Braunfels, beherbergt vier Museen: Bildende Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts, die Neue Sammlung/ Museum für Design sowie die Schauräume der Staatlichen Graphischen Sammlung und des Architekturmuseums der Technischen Universität. Die Bilanz ist hervorragend - auch wenn jetzt da und dort schon der Beton in dem Riesenbau zwischen Türken- und Barerstraße bröckelt.

Aber gibt es heute irgendjemanden, der sich noch vorstellen kann, wie es ohne Pinakothek der Moderne (PDM) war? Bayern, München und seine Gäste brauchen sie wie Liebfrauendom und Hofbräuhaus. Diese dritte Schwester der beiden älteren Pinakotheken war demnach ein heftig vermisstes Kind. Erst am Beginn des 21. Jahrhunderts hatte es der Bayerische Staat, der sich doch so gern mit Kunst schmückt, geschafft, der Kunst des 20. Jahrhunderts ein Haus zu bauen.

Keine angemessenen Ausstellungsbudgets vom Freistaat

Nicht nur das: Er hatte außerdem erschütternd lange die anderen Schätze - Design, Architektur, Grafik - vernachlässigt, ja vergessen, Schätze, zu denen man anderswo extra hinreist. Kein Wunder also, dass die PDM mit ihren vier Institutionen eine mächtige Lücke geschlossen hat. Ihr Erfolg beweist diese Tatsache. Seit Mitte September 2002 bis heute gab es weit über hundert kleine und große Ausstellungen, die rund dreieinhalb Millionen Besucher gesehen haben.

Und das, obwohl es der Staat versäumt hat, angemessene Ausstellungsbudgets bereitzustellen. Alle drei Pinakotheken und die Schack-Galerie sowie die Neue Sammlung und die Graphische Sammlung haben heuer zusammen (!) dafür einen Etat von 480 000 Euro. Auch das Thema Ankaufsetat kann einen nur in trostlose Stimmung versetzen. Das Kunst-Ministerium gibt bei "Erwerbsmitteln" 84 000 Euro an und einen "Sammelansatz" von 560 000 Euro für alle (!) staatlichen Museen und Sammlungen Bayerns. Kunstminister Thomas Goppel ringt darum, in den kommenden Doppelhaushalten mehr beim Finanzminister herauszuschlagen.

Nur weil die vier Museums-Teams unglaublich engagiert arbeiten, "läuft" das Haus. Und weil die Mischung aus vier Museen mit zahlreichen Ausstellungen, somit der Unterhaltungswert, stimmt. Das bedeutet, dass Besucher gern kommen - egal ob zum VW-Vorläufer oder zu den Expressionisten - und dass Künstler sowie Sammler ihre Schätze hier "deponieren" oder ans Museum verschenken wollen.

Reinhold Baumstark und Carla Schulz-Hoffmann von den Staatsgemäldesammlungen (Kunst), Michael Semff (Grafik), Winfried Nerdinger (Architektur) und Florian Hufnagl (Design) müssen also seit fünf Jahren unter Bedingungen Erfolge erzeugen, unter denen weder an der Oper noch im Theater auch nur ein Bühnenarbeiter den Hammer heben, geschweige denn ein Darsteller auftreten würde.

Alle Museumsleute haben zusammen mit der engagierten Technik- und Handwerker-Crew den Kraftakt vollbracht, wobei einen immer wieder die Sorge beschleicht: Kann das so weitergehen? Gerade die personell "Kleinsten" wie Architektur und Grafik leisten Gigantisches: Exzellente Expositionen von Semper über die "Architektur der Wunderkinder" bis Bauen im Nazi-München beziehungsweise von Ernst Wilhelm Nay über Druck-Inkunabeln bis Hans Bellmer.

Solch eine Leidenschaft ist es, durch die Sammlungen wie von Udo Brandhorst oder Eleonore Stoffel ans Haus gebunden werden können. Förderer und Sponsoren wie der Freundesverein PIN helfen bei Ankäufen. Aber die Abhängigkeiten dürfen nicht zu groß werden.

Lässt man die Ausstellungen Revue passieren, fällt auf, dass es in der Kunst-Abteilung an Risikofreude fehlt, unbekannte Künstler zu zeigen und strategisch aufzubauen. Und dass sie es mit imposanten Präsentationen sehr schwer hat. Für ihre herausragenden Expositionen zum Gesamtwerk des Licht-Meisters Dan Flavin oder "Remix" von Georg Baselitz (beide 2006) etwa mussten große Teile des Museumsbestandes ausgeräumt werden.

Das wird jetzt ab Freitag mit der Schau "Max Beckmann - Exil in Amsterdam" genauso sein. Für wirklich umfangreiche Darstellungen haben die Staatsgemäldesammlungen keine angemessenen Säle. Die beiden Hallen für "Temporäres" sind für solche Projekte zu klein. Und ob der zweite Bauabschnitt der dritten Pinakothek, der verschoben (hoffentlich nicht aufgehoben) wurde, eine echte Erleichterung bringt, ist fraglich.

Vielleicht werden die Staatsgemäldesammlungen für solche Auftritte zurückkehren in den Westflügel des Hauses der Kunst. Dort war ja einst die Staatsgalerie moderner Kunst bis zum Bau der PDM untergebracht. Wenn das Staatsschauspiel den West-Flügel verlässt, muss ohnehin ein griffiges Konzept für das Haus der Kunst entwickelt werden.

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