Der Fürsprecher

- Sein Name ist eng mit der legendären "Gruppe 47" um Günter Grass, Ingeborg Bachmann und Uwe Johnson verbunden. Er gilt als einer der bedeutendsten Förderer des literarischen Lebens der Nachkriegszeit, als ein umtriebiger Organisator des Literaturbetriebs. Am Dienstag ist Walter Höllerer im Alter von 80 Jahren in Berlin gestorben.

Höllerer stammte aus dem oberpfälzischen Sulzbach-Rosenberg, dem er bereits 1987 seine wertvolle Sammlung deutscher Nachkriegsliteratur mit über 20 000 Briefen und zahlreichen Originaldokumenten für das Literaturarchiv überlassen hat. Sein schriftstellerisches Werk umfasst lyrische, erzählerische und essayistisch-wissenschaftliche Arbeiten sowie den Roman "Die Elephantenuhr" (1973) und die Komödie "Alle Vögel alle" (1978). Seine Liebe gehörte allerdings auch dem experimentellen Gedicht mit Einflüssen der Dadaisten.<BR><BR>Höllerer, der auch Mitglied des PEN-Clubs war, gründete mit Hilfe der amerikanischen Ford Foundation das Literarische Colloquium am Berliner Wannsee, das in diesen Tagen sein 40-jähriges Bestehen feierte. Es war ein Treffpunkt zahlreicher Autoren aus dem In- und Ausland sowie Schauplatz von lebhaften kulturpolitischen Streitgesprächen.<BR><BR>Überdies war Höllerer langjährige Herausgeber der Zeitschriften "Akzente" und "Sprache im technischen Zeitalter" und engagierte sich auch als Förderer junger Talente. Immer wieder ergriff er Partei in gesellschaftspolitischen Streitfragen wie der Stationierung von Atomraketen in der Oberpfalz und der Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf. "Wir waren immer darauf aus, für jene zu sprechen, denen das Wort abgeschnitten wurde." 

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