Dropkick Murphys. F: Veranst.

Bostoner Punk-Band

Furioser Mix: Dropkick Murphys im Zenith

München - Die Bostoner Dropkick Murphys fetzten durchs Münchner Zenit. Hier geht es zur Konzert-Kritik:

Nein, zimperlich darf man nicht sein, wenn man die Dropkick Murphys live sehen will. Man wird von wildfremden Menschen wahlweise angesprungen und mit Bier überschüttet (Euphorie) oder umarmt (Sentimentalität). Und Geduld muss man auch mitbringen. Die Herren aus Boston betreten die Bühne erst um 22 Uhr. Im fast ausverkauften Münchner Zenith ist die Luft zu diesem Zeitpunkt mehr als „stimmungsbereit“ wie das im Neusprech heute wohl heißt. Und es bedeutet: Es knisterte in der Halle.

So wirkt Musik auf unseren Körper

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Die Dropkick Murphys ließen sich nicht lange bitten und entzündeten gleich mit dem ersten Lied „The Boys Are Back“ die Luft. Die Mischung aus Hochgeschwindigkeitspunk und keltischen Weisen ist für jeden, der ein wenig für gepflegten Krach übrig hat unwiderstehlich. Das erklärt vielleicht auch den erstaunlichen Erfolg dieser Band, die am Feuilleton vorbei und ohne Marketing-Kampagnen weltweit große Hallen füllen und mittlerweile auch ihre Platten in den oberen Etagen der Hitparaden platzieren. In den USA gehören sie seit dem Ritterschlag eines gemeinsamen Auftritts mit „Boss“ Bruce Springsteen zum Rock-Adel.

Der furiose Mix aus rotzigem Rock, irischer Folkmusik und mitunter politischem Anspruch erinnert an die „Pogues“ selig. Da passt es, dass die Dropkick Murphys sich nicht lumpen lassen und auch den alten Gassenhauer „Irish Rover“ auspacken – natürlich in einer wüsten Speed-Metal-Version. Sänger Al Barr moderiert dazu in sehr passablem Deutsch, was ein wenig über die eher mittelprächtige Tonmischung tröstet, die ausgerechnet die traditionellen Instrumente wie Flöten oder Banjo beinahe völlig verschluckt. Spaß hatten trotzdem alle.

Zoran Gojic

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