Fußball-WM im Metropol

- Gerechtigkeit muss sein. Die Jugend soll nicht bevorzugt werden. Das jedenfalls fanden die Münchner Stadträte Sven Thanheiser (43) und Heimo Liebich (59). Sie bringen heute im Kulturausschuss den bereits genehmigten Antrag ein, eine Änderung vorzunehmen in den Bestimmungen zur Theaterförderung. In diesen Richtlinien nämlich ist ausdrücklich von einer Debütförderung für "junge" Künstler die Rede. Was aber ist mit den Debütanten im Rentenalter?

Diskriminierung zukünftig ausgeschlossen: So soll dann auch der eine oder die andere Alte mit einer städtischen Finanzspritze fit gedopt werden können, falls ihm oder ihr einfallen sollte, nach 20 Jahren Schalterdienst sich nun in der freien Szene zu verwirklichen.<BR><BR>Um in jeder Hinsicht korrekt zu sein, wird ab sofort das Wort "jung" bei der Debütförderung gestrichen. Was absurd ist. Denn wer 50 ist und mehr, sollte seine plötzlichen künstlerischen Höhenflüge anderweitig finanzieren lassen, wenn er es selbst nicht leisten kann. Zum Start finanziell gefördert werden muss die Jugend - und niemand anderes.<BR><BR>Für die anderen kommen Projektförderung, Optionsförderung und Zweijahresförderung in Frage. Insgesamt stellt im laufenden Jahr die Stadt München dafür knappe 1, 5 Millionen Euro zur Verfügung, die wie gewohnt von einer Fachjury im Gießkannenprinzip über die freie Szene gegossen werden.<BR><BR>Mit der Zweijahresförderung sollen heuer bedacht werden: Teamtheater/ Tankstelle (100 000 Euro), TamS (90 000), Pathos, Theater 44, Viel Lärm um Nichts und Das Schloss (je 65 000), Blaue Maus sowie Theater und so fort (50 000).<BR><BR>Die Optionsförderung für Freie Gruppen geht an Berkan Karpat (75 000). Mit Zuschüssen für einzelne Aufführungen werden folgende Unternehmungen bedacht: <BR>Jochen Schölch, der in Nähe zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in seinem Metropol Theater eine Bühnenfassung des Fußballromans "I Furiosi" von Nanni Balestrini herausbringt. Darin geht es um Rituale in und um das Stadion, um den Zusammenhang von Alkohol, Drogen, Menschenmassen und Gewalt. Das Kulturreferat München unterstützt dieses Projekt mit 45 000 Euro.<BR><BR>Gil Mehmerts Plan "Der Elefantenmensch" erhält einen Zuschuss von 31 000 Euro. Gemessen an der Qualität dieser beiden Regisseure sind das bescheidene Sümmchen. Großzügig dagegen sind die 60 000, mit denen Alexeij Sagerer und seine "Operation Raumschiff 2005" gefördert werden. Aus dem 1, 5 Millionen-Topf muss auch die Tanzszene mitfinanziert werden. Der Löwenanteil (80 000) geht da an Purucker & Heun.<BR>

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